
Zivilcourage bewiesen
Zwei Menschen aus Aachen und Stolberg, die anderen in alltäglichen Situationen geholfen haben, sind am Montagabend im Alten Kurhaus in Aachen mit dem Preis für Zivilcourage von StädteRegion und Polizei geehrt worden.
In einem Fall hat ein Mann aus Stolberg den Betrug an einer älteren Frau vereitelt. Der 49-jährige Taxifahrer wurde von ihr beauftragt, sie zur Bank und anschließend wieder nach Hause zu fahren. Während der Fahrt entwickelte sich ein Gespräch: Die Frau hatte einen Anruf erhalten, dass ein Angehöriger einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und sie nun einen 5-stelligen Geldbetrag zur Freilassung des Angehörigen bezahlen soll. Die Schilderungen machten den Taxifahrer stutzig, sodass das Fahrziel dann letztlich nicht die gewünschte Bank, sondern eine Polizeiwache war, wo der Sachverhalt zur Anzeige gebracht wurde. Durch sein offenes Ohr und sein schnelles, nicht selbstverständliches Handeln konnte er die Seniorin vor einem großen finanziellen Schaden bewahren.
Die zweite Preisträgerin "gab durch ihr Einschreiten der hässlichen Fratze eines Sexualstraftäters das Gesicht eines alten Mannes", so Alfred Wings, der Leiter des Kommissariats für Sexualstraftaten im Polizeipräsidium Aachen. Dieser alte Mann, ein vorbestrafter Sexualstraftäter, war nämlich gerade dabei, einen 10-jährigen Jungen in die Umkleidekabine eines Ladens zu locken, als die junge Frau ihrem Bauchgefühl folgte. Die 29-jährige Aachenerin ging auf das ungleiche Paar zu und forderte den Mann laut auf, den Jungen in Ruhe zu lassen. Die Filialleiterin des Ladens reagierte prompt, kam der jungen Frau zur Hilfe, ließ die Eingangstür schließen und rief die Polizei. Der Mann konnte festgenommen werden und sitzt seit diesem Tag in Haft.
"Wir müssen in ernsten Situationen zusammenstehen und können mit kleinem Aufwand unsere Mitmenschen vor großem Schaden schützen", appelliert Hilde Scheidt, die Bürgermeisterin der Stadt Aachen. "Es ist wichtig, diese Menschen für ihr vorbildliches Verhalten auszuzeichnen. Sie sind ein Vorbild in unserer Gesellschaft", führt sie weiter aus.
Polizeipräsident Dirk Weinspach dankt den beiden Preisträgern ebenfalls: "Die Polizei kann nicht überall sein. Wir brauchen tagtäglich die Hilfe der Bürgerinnen und Bürger, die ihre Augen nicht verschließen und ihrem Bauchgefühl folgen. Jeder kann helfen."
Oft reicht ein lautes Wort, um Umstehende auf eine Situation aufmerksam zu machen und den Täter einzuschüchtern. Die Polizei zu informieren, ist in den wenigsten Fällen falsch oder überflüssig: Rufen Sie die 110, kümmern Sie sich um Opfer und stehen Sie als Zeugin oder Zeuge zur Verfügung.
Veröffentlicht: Dienstag, 20.09.2022 11:58