
Dass ausgewählte deutsche Krankenhäuser demnächst zu "Zentren für Intensivmedizin" werden, begrüßt Professor Gernot Marx (Foto oben) von der Aachener Uniklinik, der Vizepräsident der deutschen Intensivmediziner-Vereinigung DIVI.
Er spricht von einem "Meilenstein für die Intensivmedizin und die künftige Versorgungsqualität“.
Jetzt könne man den dringend benötigten Ausbau telemedizinischer Netzwerke vorantreiben und gerade kritisch kranken Patienten in kleineren Häusern schnell und unkompliziert helfen.
"Zentren für Intensivmedizin" sind Krankenhäuser, die als intensivmedizinische Kompetenz- und Koordinierungszentren neben der Patientenversorgung besondere Aufgaben wahrnehmen sollen und dafür finanzielle Zuschläge erhalten können. Eine wichtige Aufgabe solcher Zentren können Fallkonferenzen mit anderen Krankenhäusern per Videoübertragung sein. Das kann dann die Verweildauer von intensivmedizinisch versorgten Patienten im Krankenhaus verkürzen oder lebensbedrohliche Komplikationen reduzieren.
Bisher deckt der intensivmedizinische Anteil in anderen Zentren in der Regel nur die Expertise des jeweiligen Fachgebiets ab und bleibt damit begrenzt. Der neue Zentrumstyp für Intensivmedizin ist dagegen durch einen interprofessionellen Versorgungsansatz breiter aufgestellt.
„Die erfolgreiche Behandlung schwerstkranker intensivpflichtiger Patienten benötigt zwingend eine interdisziplinäre und multiprofessionelle Versorgung“, kommentiert Marx. Gerade die Versorgung von COVID-19-Patienten in der Pandemie habe schon den Nutzen von Intensivzentren für Personal und Patienten vor Augen geführt.
„Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt“, ergänzt Professor Uwe Janssens, der Generalsekretär der DIVI und Direktor der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital Eschweiler. Es gelte jetzt, auf Landesebene die intensivmedizinischen Zentren auszuweisen. „Die Umsetzung wird jetzt schwierig werden. Aber gerne berät und unterstützt die DIVI in diesem Prozess“, so Janssens.