
"Wir wollen unser Europa zurück."
Es gibt keinen erkennbaren Grund, die deutsch-belgische Grenze hier bei uns weiter geschlossen zu halten.
Darin sind sich Städteregionsrat Tim Grüttemeier und der Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch, jetzt bei einer Videokonferenz einig gewesen.
Gerade in der Krisenzeit hätten sich die guten Beziehungen bewährt und man habe für viele Probleme schon gemeinsam konstruktive Lösungen gefunden. Die aktuelle Corona-Situation falle den Menschen im Herzen des Dreiländerecks besonders schwer. Sie seien nicht mehr gewohnt, Abstand zu den Freunden dies- und jenseits der Grenze zu halten. Auch viele Berufspendler und Schüler seien Tag für Tag betroffen.
Weil die Gesundheitssituationen auf beiden Seiten vergleichbar seien, sagt Paasch: "Wir wollen unser Europa zurück“.
Grüttemeier betont, dass es gelungen sei, im unmittelbaren Austausch einige Probleme schnell und gut zu regeln - beispielsweise die Regelungen für deutsche Abiturienten, die in Ostbelgien wohnen, die Besuchsregelungen für Partner oder auch die Testungen für Menschen mit deutscher Krankenversicherung, die in Belgien wohnen.
Es gelte jetzt, die Krise gemeinsam zu bewältigen, um sich danach in Brüssel und Düsseldorf dafür einzusetzen, dass Krisenplanung und Krisenmanagement zukünftig stärker unter europäischen Aspekten erfolgen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 14.05.2020 15:52