
In Aachen leben Wildkatzen. Und zwar im Aachener Stadtwald, das sei jetzt amtlich, heißt es vom BUND, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz.
2016 habe man dort erstmals eine größere Besiedelung durch Wildkatzen festgestellt, danach aber zunächst nicht mehr.
Deswegen hat der BUND im Sommer mehrere Wildtierkameras im Wald platziert. Damit will man den Status der kleinen Population besser einschätzen können.
Denn nur wenn es Jungtiere gebe, würden sich die Wildkatzen richtig wohl fühlen und auch im Aachener Wald bleiben.
Weitere Infos des BUND dazu:
Wildkatzen sind scheue und sensible Waldbewohner und es ist wichtig, ihren Lebensraum so wenig wie möglich zu stören. Alle Aachener, die den Wald vor der eigenen Haustür genießen wollen, sollten immer daran denken, dass sie sich im Wohn- und Schlafzimmer der Wildtiere aufhalten. Daher bittet der BUND darum, nicht die Wege zu verlassen und auch den Tieren Nachtruhe zu gewähren. Ebenso wichtig sei es, in der Zeit der Jungenaufzucht (April bis September) keine jungen Katzen aus dem Wald mitzunehmen. Denn Wildkatzenjunge sterben in menschlicher Obhut schnell aufgrund von Stress. Bei einem vermeintlich verlassenen Wildkatzenjunges soll man den BUND anrufen unter 0211-30200523.
Die Wildkatze fühlt sich in „unaufgeräumten“, naturnahen Laubmischwäldern mit vielen Versteckmöglichkeiten am wohlsten. Im Stadtwald Aachen finden die Wildkatzen genau diese Strukturen. „NRW hat das Glück, etwa 10% der deutschlandweit vorkommenden 5.000 bis 8.000 Wildkatzen zu beherbergen“, weiß Thiel-Bender. Die größten Vorkommen sind in der Eifel, im Sauerland, im Egge- und Rothaargebirge.
Wildkatzen sind auf ein durchgängiges Netzwerk dieser Wälder angewiesen. „Ein deutschlandweites Netz an Naturlebensräumen ist ein Ziel, für das es einen langen Atem braucht – ein Generationenprojekt“, betont Christine Thiel-Bender. Flächen müssen langfristig für die Natur zu Verfügung gestellt und erhalten werden. Querungshilfen über Straßen müssen geplant und umgesetzt werden. „Doch die Arbeit lohnt sich. Die Wildkatze ist ein wertvolles Symbol für den Zustand unserer Natur“, so Thiel-Bender.
