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Wieder da: Annaportal am Dom
© Domkapitel Aachen
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Wieder da: Annaportal am Dom

Veröffentlicht: Mittwoch, 10.02.2021 11:43

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In Aachen am Dom steht jetzt im Domgarten am Münsterplatz ein neues barockes Portal aus Blaustein, das "Annaportal".

Es hat früher zur Ausstattung der sechseckigen Kapelle gehört und war ein südlicher Seiteneingang des Doms. Im 19. Jahrhundert ist das Portal nicht mehr gebraucht worden - und zuletzt hat es viele Jahrzehnte auf einem Bauhof gelegen, bis es ein Aachener Steinmetz dort entdeckt hat.

Der Karlsverein/Dombauverein hat inzwischen das Tor zurückgekauft und restaurieren lassen.

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Infos des Domkapitels zur Geschichte des Annaportals:

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Um 1449 wurde es als südlicher Seiteneingang für das hiesige Münster erbaut. Über solche Nebentüren konnten sowohl Gottesdienstbesucher als auch Pilgerströme während der Aachener Heiligtumsfahrten gelenkt werden. 1772 wurden die Arkaden geschlossen, um mehr Platz für die Sakristei zu schaffen. Damals wurde die Anna- mit der benachbarten Matthiaskapelle verbunden. Das Portal wurde dem Zeitgeschmack entsprechend barock gestaltet. 1865 begann der Bildhauer Gottfried Götting mit dem heutigen Schmuck der Kapelle. Die 41 Figuren aus Sandstein repräsentieren 21 Mitglieder der Heiligen Sippe und 20 Engel. Im Mittelpunkt steht eine Skulptur der Anna Selbdritt. Die Arkaden zum Münsterplatz wurden 1865 noch einmal kurzzeitig geöffnet, dann jedoch wegen des anhaltenden Raumbedarfs der Sakristei endgültig geschlossen. Das Portal hatte seine Funktion verloren und landete auf einem Bauhof. Dort lagerte es einige Jahrzehnte völlig unbeachtet. Schließlich wurde ein Aachener Steinmetz, der schon 60 Jahre zuvor für die Dombauhütte tätig gewesen war, auf die historischen Steine aufmerksam. Er ordnete seinen Fund folgerichtig dem Dom zu und brachte die Rückkehr des Portals damit ins Rollen. 

Mit finanzieller Hilfe des Karlsvereins-Dombauvereins gelang es, das Tor zurückzukaufen, vom Steinmetz- und Steinbildhauereibetrieb Schwartzenberg restaurieren und an historischer Stelle wieder errichten zu lassen. Ein möglicher Verwendungszweck war schnell gefunden: Mit dem lateinischen Schriftzug Donatoribus Gratias (Dank den Spendern) dient es in Zukunft als Dankesportal für Spender, die zum Erhalt des Aachener Domes beitragen. Nachdem der Rahmen des Portals bereits seit einigen Monaten im Domgarten steht, wurde heute eine doppelflügelige Kupfertür eingesetzt, hergestellt von der Bau- und Kunstschlosserei Radermacher & Potente. Auf dieser Tür sollen ab März zusätzlich Messingtafeln mit zunächst 25 bis 30 Namen von Großspendern angebracht werden. Die Reihenfolge ist chronologisch und beginnt mit dem Todesjahr von Dompropst Dr. Hans Müllejans 2010. 

Dombaumeister Helmut Maintz denkt nach der in den letzten Zügen liegenden Sanierung der Taufkapelle schon an das nächste Großprojekt: die Kreuzgänge. Dort müssen die Dachstühle saniert und der Brandschutz verbessert werden. Außerdem braucht der Dom nach knapp 35 Jahren eine neue Innenbeleuchtung, für die es keine Zuschüsse aus der Denkmalpflege gibt. Kostenpunkt alleine dafür: Nach ersten vorsichtigen Schätzungen eine mittlere sechsstellige Summe... 

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