
Wasserstoff-Pipeline soll nicht in Sittard enden
Veröffentlicht: Donnerstag, 05.10.2023 14:35
Der Aachener Hydrogen Hub und die niederländische Parkstad Limburg möchten, dass die Wasserstoffinfrastruktur des Delta Rhine Corridors an das Rheinische Revier und die limburgische Grenzregion angebunden wird.
Ein entsprechendes Positionspapier haben sie am Donnerstag bei der Immobilienmesse Expo Real in München NRW-Wissenschafts- und Energieministerin Neubaur übergeben.
Der Delta Rhine Corridor ist eine Pipeline von Unternehmen wie BASF und Shell, über die ab 2028 Wasserstoff und Kohlendioxid vom Rotterdamer Hafen aus nach Sittard gelangt.
Die Region Aachen sagt, hier im Rheinischen Revier brauchen viele energieintensive Unternehmen Wasserstoff, deshalb dürfe die Pipeline nicht in Sittard enden, sondern müsse weitergeführt werden bis zu uns.
„Gerade für die energieintensiven Industriezweige ist Wasserstoff eine wichtige Option zur Dekarbonisierung, da eine reine Elektrifizierung häufig aus technischer oder ökonomischer Sicht nicht umsetzbar ist. Eine sichere, flächendeckende Wasserstoffversorgung entwickelt sich daher zu einem wichtigen Standortfaktor“, sagt Michael F. Bayer, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.
Eine Befragung der IHK Aachen von 200 Industrieunternehmen hat ergeben, dass allein im angrenzenden Kreis Heinsberg, der Stadt und Städteregion Aachen zukünftig jährlich 1,5 TWh Gas substituiert werden müssen. In den benachbarten Kreisen Düren und Euskirchen sind es mindestens weitere 3,6 TWh pro Jahr. In der Region Limburg (NL) rechnet man mit einem Wasserstoffbedarf von bis zu 2,6 TWh pro Jahr.
Eine Weiterführung der Pipeline-Infrastruktur von Chemelot in das Rheinische Revier ist auch eine spannende Perspektive für Süd-Limburg (NL). „Eine intelligente Verzahnung der Wasserstoff-Infrastrukturprojekte ist ein wichtiger nächster Schritt in der Entwicklung eines Wirtschaftskorridors, der über Aachen und Süd-Limburg zwischen den Niederlanden und Deutschland entstehen soll“, erklärt Roel Wever, Bürgermeister von Heerlen und Vorsitzender des Generalvorstands der Parkstad Limburg.
Im Hydrogen Hub Aachen arbeiten Stadt und Städteregion Aachen, die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg sowie die IHK Aachen gemeinsam daran, die Region zu einem Hotspot der Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland zu machen. Unterstützt werden sie dabei von der AGIT mbH.
(Foto: Übergabe des Positionspapiers für die Weiterführung des „Delta Rhine Corridors“ an Mona Neubaur (7. v. l.), Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen v. l. n. r.: Sven Pennings (Geschäftsführer, AGITmbH), Michael F. Bayer (Hauptgeschäftsführer, Industrie- und Handelskammer Aachen), Susanne Lo Cicero-Marenberg (Dezernentin, Städteregion Aachen), Ulla Thönnissen (Geschäftsführerin, Zweckverband Region Aachen), Gisela Kohl-Vogel (Präsidentin, Industrie- und Handelskammer Aachen), Felix Neugart (CEO, NRW Global.Business) Mona Neubaur (Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie sowie stellvertretende Ministerpräsidentin, Land Nordrhein-Westfalen), Roel Wever (Bürgermeister, Gemeinde Heerlen), Sibylle Keupen (Oberbürgermeisterin, Stadt Aachen), Stephan Satijn (Provinzminister für Wirtschaft und Finanzen, Provinz Limburg), Peter Bertholet (Direktor, Stadsregio Parkstad Limburg).)