
Beim Aachener Reitturnier am kommenden Wochenende, dem TSCHIO, reitet Richard Vogel um eine Millionenprämie.
Der deutsche Springreiter und amtierende Europameister führt einerseits die Grand Slam-Wertung an, weil er im März schon bei den Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch gewonnen hat. Gewinnt er nun auch den Großen Preis von Aachen, erhält Vogel schon mal 500.000 Euro für zwei Siege hintereinander in dieser Wertung. Hinzu käme das Preisgeld für den Großen Preis von Aachen, das ebenfalls 500.000 Euro beträgt.
"Es ist schon ein gewisser Extra-Druck da", sagt Vogel. Mehrere Majors in Serie zu gewinnen, sei "definitiv möglich, aber extrem schwer..."
Die lukrative Serie ist ein entscheidender Grund, warum aus den Top 30 der Weltrangliste 29 in Aachen reiten. Der andere ist die Weltmeisterschaft, die im August im größten Reitstadion der Welt geritten wird. "Das ist auch eine WM-Sichtung", beschreibt Vogel die zusätzliche Bedeutung des Aachener Reitturniers
Für die Springreiter ist das dreitägige Turnier fast genauso attraktiv wie der CHIO.
"Das Starterfeld ist dieses Jahr ganz besonders stark", so Vogel weiter. Er wird hier sein Goldpferd "United Touch" satteln. "Die Konkurrenz wird alles daran setzen, dass es für uns nicht klappt. Aber wir versuchen natürlich genau das Gegenteil."
Er wolle "versuchen, nicht zu viel zu verkopfen". Er denke so wenig wie möglich daran, dass er Anwärter auf den Grand Slam sei: "Letztendlich muss ich den Tschio wie jedes andere Turnier angehen, auch wenn er besonders wichtig ist."
Er wolle sein Pferd beim Auftakt am Freitag an den "heiligen Rasen", wie er es nennt, gewöhnen. In diesem Jahr ist Aachen für "United Touch" das erste Turnier auf diesem Untergrund. "Deswegen bin ich zu Hause viel auf Rasen mit ihm gesprungen. Wir haben versucht, die Situation so gut wie möglich nachzustellen, damit er sich an den Rasen und die Stollen gewöhnt.»
Genau hinschauen wird am Wochenende auch der Bundestrainer. Otto Becker sucht sein Quartett für die WM im August.
"Alle Kandidaten sind am Start", sagt der Coach, fast alle reiten ihre besten Pferde. Der Tschio sei mit Blick auf die WM so etwas wie "die erste Qualifikationsrunde".