
Am Samstag ist Weltflüchtlingstag - aus diesem Anlass fordern mehr als 270 Organisationen wie Cafe Zuflucht und Refugio in Aachen ein Umdenken im Flüchtlingsschutz.
Unter dem Motto „Es geht auch anders!“ stellen sie sich gegen die Entrechtung von schutzsuchenden Menschen.
Niemand fliehe ohne Not - dennoch verabschiede sich die EU mehr und mehr von menschenrechtlichen Standards in der Asylpolitik, anstatt den Schutz von bedrohten Menschen weiter auszubauen und sichere Fluchtwege zu ermöglichen.
Das im Juni in Kraft getretene Gemeinsame Europäische Asyl System (GEAS) markiere einen historischen und menschenverachtenden Tiefpunkt, so Andrea Genten, die Vorsitzende von Refugio e. V.
Das am Freitag veröffentlichte Memorandum „Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt“ wird von Amnesty International, AWO Bundesverband, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Diakonie Deutschland, Handicap International und PRO ASYL herausgegeben und von 275 Organisationen, darunter 68 Bundesorganisationen inklusive der Evangelischen Kirche Deutschland, mitgetragen.
Sternsinger: Mehr Schutz für Menschen auf der Flucht!
Auch das Aachener Kindermissionswerk "Die Sternsinger" fordert mehr Schutz für Menschen auf der Flucht. Millionen Kinder weltweit seien gezwungen, ihre Heimat aufgrund von Krieg, Gewalt, Verfolgung, Naturkatastrophen, Hunger oder Armut zu verlassen.
„Flucht bedeutet für Kinder immer den Verlust von Geborgenheit und Sicherheit. Für Mädchen kommen zusätzliche Risiken hinzu: Sie sind in besonderem Maße von sexueller Gewalt, Menschenhandel, Ausbeutung und Frühverheiratung bedroht“, sagt Anne Wunden, Geschäftsführerin des Kindermissionswerks.
Auf der Flucht und in Flüchtlingsunterkünften fehlten oftmals sichere Rückzugsorte und Schutzstrukturen, die gerade für Mädchen und junge Frauen wichtig sind.
Besonders dramatisch sei die Situation in Kriegs- und Konfliktregionen. So würden in vielen Kriegen Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen als Kriegswaffe eingesetzt.
Das Kindermissionswerk fordert die internationale Gemeinschaft auf, den Schutz und die spezifischen Bedürfnisse von Mädchen in humanitären Krisen stärker in den Fokus zu rücken. Dazu zählen sichere Unterkünfte, Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt, psychosoziale Hilfe und ein freier Zugang zu Bildungsangeboten.