
Ufermauer-Check in Kornelimünster an der Inde
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.11.2025 08:19
In Aachen-Kornelimünster wird momentan die historische Ufermauer gründlich geprüft.
Die Ufermauer fängt den Geländesprung zwischen Napoleonsberg und der tiefer liegenden Inde ab.
Die Ingenieure inspizieren mit Spezialgerät jeden Abschnitt, dokumentieren Schäden und bereiten die umfassende Sanierung für 2026 vor.
Ziel ist, die Standsicherheit zu gewährleisten und das Bauwerk fit für die Zukunft und den Hochwasserschutz zu machen.
Weitergehende Info der Stadt Aachen dazu
Bei einer objektbezogenen Schadensanalyse vor drei Jahren hatte man schon kritische Stellen festgestellt. Als eine daraus resultierende Schutzmaßnahme ist im März 2023 eine Schutzwand installiert worden, weil die Standsicherheit der gemauerten Brüstung der Uferwand am Napoleonsberg in ihrer Standsicherheit gefährdet ist. Die bestehende Konstruktion kann die nachzuweisenden Horizontallasten aus einem Anprall, beispielsweise durch ein Fahrzeug, nicht mehr aufnehmen. Mit der Schutzwand auf dem Gehweg soll die Umlenkung eines potentiell anprallenden Fahrzeugs erreicht werden.
„Auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen, dass die Ufermauer 2026 umfassend saniert werden wird, müssen wir unserer Prüfpflicht nachkommen“, betont Barbara Siodmok, Ingenieurin im Bereich Straßenunterhaltung und Brückenbau beim Aachener Stadtbetrieb. Sie beaufsichtigt an diesem Tag die Prüfung der historischen Ufermauer, die von einem beauftragten Ingenieurbüro ausgeführt wird.
Bei der Hauptprüfung werden die bei der vorangegangenen Prüfung bereits dokumentierten Schäden erneut kritisch begutachtet und auch dokumentiert, ob diese weiter fortgeschritten sind. „Wir wissen beispielsweise, dass die, in die Stützwand einbindenden Stahlprofile Korrosionserscheinungen und Durchrostungen haben, und sich dadurch das Mauerwerk lockert. Diese Korrosion ist so weit fortgeschritten, dass eine Querschnittsschwächung an den Stahlprofilen vorhanden ist.“ Horizontale Kernbohrungen durch die Schwergewichtswand aus den vergangenen Jahren haben außerdem gezeigt, dass die Wandstärke der Ufermauer statisch nicht mehr ausreichend ist. „Darum werden wir das Mauerwerk mit einer Zementsuspension stabilisieren und den statisch wirksamen Wandquerschnitt erhöhen“, erklärt Siodmok.
Die Sanierung des Mauerabschnitts ist ähnlich der Sanierungsarbeiten, die seit Juni bereits an der Natursteinstützwand am Abteigarten beidseitig der Inde umgesetzt werden. Bei den Unterhaltungsarbeiten werden ebenfalls altersbedingt aufgetretenen Schäden behoben. Dabei wird Sanierung der Inde-Stützwand so ausgeführt, dass das charakteristische Erscheinungsbild und die ursprüngliche Natursteinansicht weitestgehend erhalten bleiben. Zur Instandsetzung des Mauerwerks muss zunächst der Mauerfuß saniert werden. Dazu wird die Mauer unterfangen und eine Kolksicherung eingebaut, die den Mauerfuß vor Gründungsschäden schützt. Später werden die Natursteinoberflächen der Stützwände mit einem Fugenmaterial auf Kalkbasis saniert. Weiterhin werden die maroden Brüstungen durch neue Geländer ausgetauscht. Diese und weitere Arbeiten werden ab voraussichtlich Juni 2026 ausgeweitet.
Alle Arbeiten zur Sanierung und Ertüchtigung der Mauer tragen zum Hochwasserschutz bei und machen die Ufermauer gleichermaßen zukunftsfähig.

