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Traum von eigener Wohnung vielerorts unbezahlbar
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Traum von eigener Wohnung vielerorts unbezahlbar

Eine dreiköpfige Familie mit anderthalb Durchschnittseinkommen, die sich in Aachen eine 90 qm große Wohnung leisten will, benötigt zum Bezahlen der monatlichen Raten ein Haushaltsnettoeinkommen von 5873 Euro.

Das steht in einer neuen Untersuchung des Online-Portals Immowelt in 80 deutschen Städten.

Dabei geht man davon aus, dass eine Wohnung in der Größe im Durchschnitt hier 341.010 Euro kostet und die jährlichen Kosten (Annuität) bei 1.762 Euro liegen, damit beträgt der Anteil am verfügbaren Einkommen 42 Prozent. Ein Anteil von weniger als 30 Prozent gilt allgemein als leistbar, bei einem höheren Prozentwert droht eine Überbelastung, zumal noch Nebenkosten für Strom, Wasser und Heizung hinzu kommen.

Laut der Untersuchung machen in ganz Deutschland hohe Bauzinsen Wohneigentum für Normalverdiener oft unerschwinglich: In jeder zweiten deutschen Großstadt sind 5.000 Euro und mehr an Nettoeinkommen für eine gesunde Wohnkostenquote nötig. In Metroppolen wie München und Hamburg brauchen Familien sogar mehr als 10.000 Euro Haushaltseinkommen, um nicht mehr als 30 Prozent für monatliche Kreditraten auszugeben. Urbanes Wohneigentum ist aktuell nur noch in 18 Großstädten für Normalverdiener zu finanzieren. Deswegen müssen Wohnungskäufer oft Kompromisse eingehen oder mehr Eigenkapital investieren, um ihre monatliche Belastung zu senken.

Als Grund für diese Entwicklung gilt der starke Anstieg der Bauzinsen zu Jahresbeginn. Für Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen ist der Traum von den eigenen vier Wänden in der Großstadt derzeit vielerorts also quasi unbezahlbar.

Die Immowelt-Untersuchung hat folgende Berechnungsgrundlage:

Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise waren auf immowelt.de inserierte Angebote in 80 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Die mittels hedonischer Verfahren errechneten Werte geben den Kaufpreis einer exemplarischen Bestandswohnung (90 Quadratmeter, 3 Zimmer, 1. Stock, Baujahr 1990er-Jahre) wieder. Es handelt sich um Angebots-, keine Abschlusspreise. - Für die Analyse zur Leistbarkeit wurde berechnet, wie hoch die monatliche Tilgungsrate bei einer 90-Prozent-Finanzierung (2 Prozent Tilgung) ist, damit die Annuität maximal 30 Prozent des Haushalteinkommens entspricht. Als Zinssatz wurde ein marktüblicher Zinssatz von 4,2 Prozent angenommen. - Die Daten für die Bruttogehälter stammen von der Bundesagentur für Arbeit. Diese wurden in entsprechende Nettogehälter mit einem Vollverdiener (Steuerklasse 3) und Teilverdiener (Steuerklasse 5) umgerechnet. Lohnnebenkosten sowie Kindergeld für ein Kind wurden berücksichtigt, um das mittlere Haushaltsnettoeinkommen in jeder Stadt zu errechnen.

Die Tabelle mit allen 80 untersuchten deutschen Großstädten findet Ihr HIER.

Veröffentlicht: Dienstag, 13.12.2022 09:48

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