
Trauer um Elisabeth Ebeling
Am Theater Aachen trauert man um Schauspielerin Elisabeth Ebeling, die am vergangenen Donnerstag nach längerer Krankheit im Alter von 73 Jahren gestorben ist.
Ebeling hat als Ensemblemitglied 15 Jahre in verschiedensten Rollen geglänzt und im letzten Jahr noch ihr 50. Bühnenjubiläum feiern können.
Mit Elisabeth Ebeling verlieren das Theater Aachen und das Aachener Publikum eine unverwechselbare Kollegin und großartige Bühnenkünstlerin, so Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck.
Sie sei als Spielerin ein unerschöpfliches Universum gewesen. Egal ob tragische oder komische, ob undurchsichtige oder heitere Figuren, ihre Rollenphantasie und ihre unerschrockene Spiellust waren riesig, ergänzt Chefdramaturgin Inge Zeppenfeld.
Weitere Infos des Theater Aachen:
Elisabeth Ebeling, geboren am 15.10.1946, hatte ihr erstes Engagement nach dem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hannover am Bremer Theater. Sie war an unterschiedlichsten Bühnen in Deutschland tätig: Schauspielhaus Bochum, Schiller Theater Berlin, Bühnen der Stadt Köln, Luzerner Theater, Städtische Bühnen Frankfurt, Staatstheater Nürnberg, Berliner Ensemble. Sie arbeitete mit namhaften Regisseuren zusammen, darunter David Mouchtar Samorai, Rainer Werner Fassbinder, Klaus Michael Grüber sowie Hans Neuenfels.
Ludger Engels holte sie dann 2005 ans Theater Aachen, unter seiner Regie spielte sie große Rollen wie Big Mama in »Die Katze auf dem heißen Blechdach«, die Daja in »Nathan der Weise«, in »An den Wassern zu Babel« und in Elfriede Jelineks »FaustIn and Out« und auch im Musiktheater in »Powder Her Face«.
Auch unter der Regie von Christina Rast spielte Elisabeth Ebeling mehrfach, u.a. die Gertrud in »Hamlet«, das Gretchen in »Faust1+2 #konzentriert« und zuletzt die Ute in Hebbels »Nibelungen«.
Ihr komödiantisches Talent konnte man immer wieder erleben, so als Erna in Werner Schwabs »Die Präsidentinnen« oder als Margot Honecker in »Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel« oder als dauerquarzende Mutter des Chefs in »Die sexuellen Neurosen unserer Eltern«.
In Erinnerung bleiben wird vor allem aber ihr Solo-Abend mit dem Musiker Malcolm Kemp »So oder so -Hildegard Knef«.
In ihrer letzten Kammer-Rolle war sie in Lot Vekemans »Momentum« in der beeindruckenden Rolle Das ungeborene Kind zu sehen. In der zu Ende gegangenen Spielzeit konnte man sie noch in »Noch ist Polen nicht verloren« auf der großen Bühne erleben.
Veröffentlicht: Montag, 20.07.2020 09:47