Anzeige
Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk - und Händler oft illegal
© Pixabay
Teilen: mail

Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk - und Händler oft illegal

Tiere sind kein Weihnachtsgeschenk. Daran erinnert jetzt nochmal das Veterinäramt der StädteRegion.

„Tiere sind sind Lebewesen, für die man langfristig sorgen und Verantwortung übernehmen muss“, sagt Dr. Swantje Schumacher, Leiterin des Bereichs Tierschutz und Veterinärwesen bei der StädteRegion Aachen.

Jedes Jahr füllen sich die Tierheime in der Region nach den Feiertagen, weil viele Menschen ihre „Geschenke“ wieder abgeben. Deswegen rät Tierärztin Schumacher: „Wer sich ein Haustier zulegen will, muss sich sicher sein, dass er den Bedürfnissen und Ansprüchen des Tieres gerecht wird.“

Schumacher warnt außerdem vor illegalen Händlern, die vor allem Hunde- und Katzenwelpen ohne Ausweise und Kaufverträge als vermeintliches „Schnäppchen“ anbieten - meist in Internet-Kleinanzeigen. Oft stammen solche Tiere aus illegalen „Hundefabriken“ im Ausland. Das Leid der Welpen ist immens. Sie werden in Masse „produziert“ und das unter fürchterlichen Bedingungen. Die Welpen sind häufig zu jung, geschwächt und nicht geimpft, meist auch unzureichend sozialisiert. Krankheiten und Verhaltensstörungen sind die Folge. Die jungen Hunde werden oft günstig angeboten, teilweise geben sich illegale Hundehändler aber auch als seriöse Züchter aus und verlangen hohe Preise.

Da der illegale Welpenhandel in der Regel über Online-Kleinanzeigenportale erfolgt, ist es nicht immer leicht, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Prüft daher die Angaben in den Verkaufsanzeigen kritisch und besteht auf einen Vor-Ort-Besuch beim Züchter sowie auf die Ausfertigung eines Kaufvertrags.

Alarmzeichen für unseriöse Angebote sind unter anderem:

  • Die Welpen werden in den Anzeigen nur schlecht oder unzureichend beschrieben.
  • Die Anbieter treten unter Verwendung eines Pseudonyms auf.
  • Ein und derselbe Anbieter hat verschiedene Rassen im Angebot.
  • Die Anbieter bieten eine Lieferung nach Hause an.
  • In der Anzeige fehlen Fotos und Angaben zur Mutterhündin.

„Kaufen Sie kein Tier von Unbekannten, auch wenn der Preis noch so verlockend ist!“, rät Dr. Schumacher deswegen. „Überprüfen Sie, woher das Tier kommt. Seriöse Tierschutzvereine und Züchter geben die Tiere geimpft, gechipt und mit einem gültigen EU-Heimtierausweis ab.“

Bei Welpen schreibt die deutsche Tierschutz-Hundeverordnung vor, dass ein Hund frühestens nach acht Wochen von der Mutterhündin und den Geschwistern getrennt werden darf. Für Welpen aus dem EU-Ausland gilt sogar ein Mindestalter von 15 Wochen.

Wer sich - wissend oder unwissentlich - auf ein solches Geschäft einlässt, unterstützt ein System, das erhebliches Leid der Tiere in Kauf nimmt und die Gesundheit von Tieren – aber auch von Menschen – durch den Import von kranken Tieren gefährdet. Wer illegalen Welpenhandel vermutet, kann sich an das städteregionale Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen (www.staedteregion-aachen.de/veterinaeramt) wenden. Die Mitarbeiter gehen jedem Hinweis nach.

Außerdem gibt es umfassende Informationen beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zu dem Thema HIER.

Veröffentlicht: Donnerstag, 15.12.2022 11:54

Anzeige
Anzeige
Anzeige