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Tichanowskaja: Kein Lebenszeichen mehr von Kolesnikowa
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Swetlana Tichanowskaja, Karlspreisträgerin 2022
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Tichanowskaja: Kein Lebenszeichen mehr von Kolesnikowa

Veröffentlicht: Donnerstag, 10.08.2023 05:38

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Swetlana Tichanowskaja (Foto oben), die 2022 in Aachen mit dem Karlspreis geehrt worden ist, hat in ihrer Heimat Belarus erneut zum Widerstand gegen Machthaber Lukaschenko aufgerufen.

Drei Jahre nach der gefälschten Präsidentschaftswahl hat sie sich per Videobotschaft aus dem Exil gemeldet und gesagt, dass man noch einen langen Weg vor sich habe. "Aber jeder kleine Schritt bringt unseren Sieg näher", so die 40-Jährige. "Belarus wird ein freies, unabhängiges, demokratisches Land sein, ein stolzes Mitglied der Familie europäischer Nationen."

Bei der Wahl im August 2020 hatte Langzeitherrscher Lukaschenko sich nach Fälschungen der Wahlergebnisse erneut zum Sieger erklärt. Tichanowskaja kandidierte damals anstelle ihres inhaftierten Mannes Sergej. In Wahllokalen, in denen die Auszählung halbwegs frei beobachtet werden konnte, lag sie vor Lukaschenko. Wegen dieser Wahl erlebte die Ex-Sowjetrepublik 2020 die größte Protestwelle ihrer Geschichte; Hunderttausende Menschen gingen auf die Straße. Lukaschenko schlug das Aufbegehren brutal mit Polizeigewalt nieder.

Tichanowskaja hat auch an das Schicksal "mehrerer Tausend politischer Gefangener" erinnert. Von ihrer inhaftierten Mitstreiterin Maria Kolesnikowa (Foto unten), die in Aachen 2022 in Abwesenheit mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden ist, gibt es seit einem halben Jahr kein Lebenszeichen mehr aus dem Gefängnis.

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Tichanowskaja: Kein Lebenszeichen mehr von Kolesnikowa
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