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Telemedizin für Gefängnisse
© JVA Aachen
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Telemedizin für Gefängnisse

Das Aachener Gefängnis gehört zu den sieben Justizvollzugsanstalten in NRW, die an einem Pilotprojekt mit Telemedizin beteiligt sind.

Telemedizin könne gerade jetzt in Corona-Zeiten gefahrlos die Distanz zwischen Arzt und Gefangenen überbrücken, so NRW-Justizminister Biesenbach am Montag in Düsseldorf. Gleichzeitig werde die Sicherheit der Bevölkerung erhöht, wenn weniger kranke Gefangene ausgeführt werden müssten.

Sollte das Projekt erfolgreich sein, will man Telemedizin flächendeckend im NRW-Strafvollzug einsetzen.

Dank digitaler Technik könnten Gefangene mit Liveübetragungen rund um die Uhr Zugang zu einer hochwertigen ärztlichen Versorgung außerhalb der Sprechzeiten und innerhalb der Gefängnismauern erhalten. Auch die Bediensteten profitierten, wenn sie in Krisensituationen schnell auf qualifizierten ärztlichen Rat zurückgreifen und die Gefangenen schnell versorgen könnten. Generell spare Telemedizin Zeit und schone Personalressourcen.

Eine besondere Belastungsprobe sei der Umgang mit der zunehmenden Zahl psychisch Kranker, sagt der Minister. Hier könne Telepsychiatrie helfen, die Gefangenen vor Ort zu erreichen.

Die Pilotphase ist zunächst auf 18 Monate angelegt, kann aber verlängert werden. Bis 2021 steht für das Projekt nach Ministeriumsangaben insgesamt gut eine Million Euro aus dem Landeshaushalt zur Verfügung.

Veröffentlicht: Montag, 25.05.2020 11:55

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