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Teichtrockenlegung wegen Bibers
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Teichtrockenlegung wegen Bibers

Veröffentlicht: Freitag, 11.11.2022 13:09

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In Aachen in der Soers muss der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) den Teich im Auslaufbereich des Hochwasserrückhaltebeckens Rahe trocken legen.

Der Grund: Ein Biber dort wird vom kontinuierlichen Wasserzufluss aus einem Abschlag des Wildbachs dazu verleitet, im Auslaufbauwerk selbst immer wieder einen Damm zu errichten, der die Funktionalität des Beckens gefährdet (siehe Foto unten!).

Das Hochwasserrückhaltebecken Rahe ist so groß, dass es nach Talsperrenkriterien betrieben werden muss. Es sichert bei Starkregen den Hochwasserschutz bis in die Soers hinein, indem es Wasser aus dem Wild- und Schwarzbach im Falle hoher Wasserführung zwischenspeichert. Der Wildbach selbst mündet auf dem Gelände der Kläranlage Soers in die Wurm, so dass das Becken auch dem Schutz der Anlieger an der Wurm dient.

Vor dem Auslauf des Beckens befindet sich ein vertiefter Sandfang, in dem sich beim Einstau ins Becken vor dem Abfluss des Wassers Sand und Geröll sammelt. Dieser Sandfang ist derzeit als Teich ausgeführt, der ganzjährig Wasser führt. Das wird aus dem Wildbach entnommen und mit einem Rohr in den Teich eingeleitet. Der Teich bietet somit ideale Bedingungen für die Ansiedlung des Bibers.

„Verstopft“ das Tier allerdings den Ablauf mit einem Biberdamm, staut sich das Wasser dahinter immer weiter auf. Der Ablauf kann im Hochwasserfall dann nicht mehr in der Lage sein, genügend Wasser aus dem Becken abzuleiten, sodass ein unkontrollierter Überlauf nicht auszuschließen ist und somit die Schutzfunktion des Beckens verringert wird.

Weil die Schutzfunktion des Beckens Vorrang hat, muss der Teich jetzt trockengelegt werden. Die Maßnahme macht das Umfeld für den Biber uninteressant und er reduziert seine Bautätigkeiten.

Das Vorgehen ist auch aus noch einem Grund erforderlich: Der Biberdamm im Auslaufbauwerk musste von Mitarbeitern des Wasserverbands bisher manuell entfernt werden - und das war mit hohen Gefahren verbunden: Gab der Damm schlussendlich bei den Arbeiten nach, drang die dahinter gestaute Wassermenge als Welle auf die Arbeiter ein.

Da der Biber eine geschützte Art ist, hat der Wasserverband Eifel-Rur sein Vorgehen mit der Oberen Wasserbehörde der Bezirksregierung abgestimmt und von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Aachen eine entsprechende Genehmigung erhalten.

Beim Ablassen des Teiches rechnet der Verband nicht damit, dass sich darin Fische oder andere schützenswerte Lebewesen wie Muscheln befinden. Trotzdem wird der Fischereibeauftragte der Stadt Aachen das Ablassen überwachen, um gegebenenfalls Tiere absammeln zu können.

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Teichtrockenlegung wegen Bibers
© WVER
So sieht der vom Biber verbarrikadierte Auslauf des Hochwasserrückhaltebeckens Rahe in der Aachener Soers aus.
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