
Tagebauseen: Bau der Transportleitungen fürs Rhein-Wasser
Veröffentlicht: Dienstag, 17.03.2026 10:53
Bevor die Tagebauseen im früheren Rheinischen Revier mit Wasser befüllt werden können, hat der Bau der Transportleitung für das Rhein-Wasser begonnen.
Den symbolischen ersten Spatenstich hat RWE am Dienstag zusammen mit den Kommunen und Kreisen im Rheinischen Revier vorgenommen. Danach hat man noch das erste von rund 10.000 Rohren der Transportleitung signiert - als "Zeichen für Verantwortung und Zusammenarbeit im Sinne einer nachhaltigen Wiedernutzbarmachung".
Nach einer Bauzeit von rund fünf Jahren soll die Rheinwassertransportleitung 2030 fertig werden. Danach beginnt die Befüllung des Tagebaus Hambach, 2036 folgt Garzweiler. Der Tagebausee Inden wird ab 2030 mit Wasser aus der nahen Rur befüllt. Dadurch wird das "Rheinische Seenland" entstehen - mit vielfältigen Lebensräumen für Flora und Fauna sowie attraktiven Chancen für Freizeit, Tourismus und Wertschöpfung.
Hintergrund:
In wenigen Jahren endet die Braunkohleförderung und -nutzung im Rheinischen Revier. Die Wiedernutzbarmachung der vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen gehört daher zu den Hauptaufgaben von RWE in den kommenden Jahren.
Mit dem Bau der Rheinwassertransportleitung setzt das Unternehmen die Vorgaben der Braunkohlenplanung des Landes Nordrhein-Westfalen um, die für eine abschließende Rekultivierung der Tagebaue Hambach und Garzweiler die Schaffung großer Seen vorsieht. Die sind ein wesentliches Element der künftigen Landschaftsgestaltung der Abbaugebiete und dienen einem ausgeglichenen, sich selbst tragenden Wasserhaushalt im Rheinischen Revier.
Ablauf der Bauarbeiten
Das unterirdische Leitungssystem der Rheinwassertransportleitung mit einer Trassenlänge von rund 45 km besteht aus Stahlrohren mit Durchmessern von 2,20 und 1,40 Metern. Entlang der Strecke werden Bauwerke errichtet, die für den Betrieb der Leitung erforderlich sind. Je nach örtlichen Anforderungen kommen unterschiedliche Bauweisen zum Einsatz: Offene Bauweise auf freien Flächen, geschlossene Bauweise mit unterirdischem Vortrieb bei der Querung von Deichen, Straßen, Bahnstrecken oder sensiblen Schutzgebieten. Die Trasse der Rheinwassertransportleitung verläuft überwiegend über landwirtschaftliche Flächen sowie entlang bestehender Infrastrukturen, wie dem „Speedway“, die frühere Fernbandtrasse vom Tagebau Hambach zu den rekultivierten Tagebauen Bergheim und Fortuna.
Entlang der Trasse entstehen vier zentrale Bauwerke:
- Bei Dormagen: Entnahmebauwerk am Rhein sowie Pumpbauwerk im Deichhinterland sorgen für die Wasseraufnahme und den Transport. Die Entnahme richtet sich nach einem abgestimmten, flexiblen Mengenkonzept, abhängig vom Rheinwasserstand.
- Bei Grevenbroich-Allrath: Ein Verteilbauwerk teilt das Wasser auf die Leitungen in Richtung Hambach und Garzweiler auf.
- Bei Elsdorf: Am Ende der Hambachleitung sorgen ein Auslauf- und ein Einleitbauwerk für die kontrollierte Übergabe des Wassers in den entstehenden Hambacher See.


