
Suizid in JVA Aachen: Ermittlungen gegen Beamtin
Veröffentlicht: Mittwoch, 27.09.2023 05:17
Nach dem Tod eines Untersuchungshäftlings im Aachener Gefängnis wird intern gegen eine Beamtin ermittelt.
Es besteht der Verdacht, dass sie sich nicht durchgehend um nötige Sicherungsmaßnahmen gekümmert habe - das könnte den Suizid des Häftlings begünstigt haben.
Das steht in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden vertraulichen Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags.
Der Untersuchungshäftling hat sich am 14. Juni stranguliert.
Die Staatsanwaltschaft hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Sie wartet noch auf ein Gutachten und will sich aktuell nicht zu der Frage positionieren, ob "suizidpräventive Maßnahmen mit der erforderlichen Sorgfalt durchgeführt worden sind".
Die JVA-Leitung hat den Vorfall parallel intern untersucht und spricht vom Verdacht eines Dienstvergehens. Gegen die Beamtin sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden.
Zum Hintergrund: Das Opfer war suchtkrank und unterstand daher einer besonderen Überwachung. Unter anderem wird dann regelmäßig Tag und Nacht nach dem Häftling gesehen, um Selbstmordversuche mitzubekommen oder zu verhindern. Das sei "phasenweise" aber nicht umgesetzt worden.