
Wer in Deutschland seinem Stromversorger treu bleibt, zahlt mehr.
Eine neue Studie der RWTH Aachen und des Energieanbieters Octopus Energy aus München zeigt jetzt, wieviel mehr das ist.
Demnach haben treue Kunden letztes Jahr alles in allem 11 Milliarden mehr im deutschen Stommarkt bezahlt. Betroffen davon waren rund 30 Millionen Haushalte. Bestandskunden haben im Durchschnitt 13 ct/kWh mehr ausgegeben als Neukunden, das entspreche einem Preisaufschlag von etwa 47 %.
Die Studie kritisiert den Misstand des "Anlockens und Abzockens", denn bei 75 Prozent der untersuchten Verträge komme es nach etwa 11 bis 14 Monaten zu einer Preisanpassung - im Schnitt steigen die Preise dann um 19 bis 24 Prozent.
Außerdem offenbare die Studie erhebliche Transparenzdefizite im Markt: Während sich Neukundentarife eng an den Entwicklungen an den Energiemärkten orientierten, stiegen Bestandskundentarife häufig weitgehend unabhängig davon. Preisanpassungen würden oft pauschal mit "Beschaffung und Vertrieb" begründet - ohne klaren Bezug zur tatsächlichen Marktentwicklung, heißt es.
Gefordert wird stattdessen von Politik und Bundesnetzagentur mehr Transparenz und ein Preisdeckel. Dadurch sollen unverhältnismäßig hohe Tarife verhindert und faire Konditionen geschaffen werden.