
Am Dienstag (13.6.2023) protestieren die Beschäftigten der NRW-Süßwarenindustrie mit Warnstreiks im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen - und die zentrale Protestkundgebung läuft in Aachen.
Laut der Gewerkschaft NGG ist hier bei uns beim Schokoladenproduzenten Lindt in Aachen, bei der Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Lambertz sowie bei A&W-Feinbackwaren in Eschweiler die Produktion einen Tag lang lahmgelegt worden. Auch andere namhafte Hersteller der Süßwarenindustrie in Nordrhein-Westfalen sind von der Arbeitsniederlegung betroffen sein - die Bänder stehen zum Beispiel auch still bei Bon Gelati (Eis aus Übach-Palenberg und Haaren/Waldfeucht im Kreis Heinsberg) und Solent (Schokolade und Snacks zum Knabbern aus Übach-Palenberg).
Zur Protestkundgebung am Dienstagnachmittag in Aachen auf dem Bendplatz - also quasi direkt vor den Werkstoren von Lindt und Lambertz - hat die NGG mehr als 1.000 Beschäftigte der Branche erwartet, die in unserer Region einen Produktionsschwerpunkt hat. Redner ist u.a. Freddy Adjan, der die Verhandlungen für die NGG am Tariftisch führt. (Die aktuell laufenden Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) über Lohnerhöhungen hat die NGG vorübergehend abgebrochen.)
„Es wird nicht irgendein Streik - es wird der süßeste und stärkste Warnstreik, den Nordrhein-Westfalen rund um die Produktion der Süßwarenindustrie je erlebt hat“, sagt Tim Lösch, der Geschäftsführer der NGG Aachen.
Ziel der NGG ist es, die Inflation und damit die deutlich gestiegenen Lebenshaltungskosten für die Beschäftigten aufzufangen. Die Gewerkschaft fordert deshalb monatlich 500 Euro mehr für die unteren Lohngruppen – also für die, die in der Produktion am Band stehen oder im Lager arbeiten. Alle übrigen sollen ein Lohn-Plus von 400 Euro bekommen. Für Azubis will die NGG 200 Euro mehr pro Monat und ein „Ticket-Geld“ erreichen – eine Fahrtkostenpauschale von 50 Euro.