
In Herzogenrath soll am Parkhaus Albert-Steiner-Straße der erste Teil der neuen kunstvollen Gestaltung bis Ende diesen Monats fertig werden.
Dort sind schon seit Mai Jugendliche damit beschäftigt, die Wände mit Graffitti-Arbeiten, Tags und Sprüchen zu versehen - dabei werden auch berühmte Kunstwerke interpretiert.
Die Mobile Jugendarbeit und das Amt für Hochbau und Gebäudemanagement der Stadt unterstützen das Projekt - geleitet wird es von Street-Art-Künstlerin Anna Geliev aus Herzogenrath.
Werke wie der Oktopus im All oder die Journalisten-Katze sind schon fertig, aktuell folgen noch moderne Interpretationen der „Mona Lisa“ und des „Mädchens mit dem Perlenohrring“ - und zwar im Anime-Stil.
Mit dem Projekt soll einerseits das gerade bei Jugendlichen als Treffpunkt beliebte Parkhaus ansprechender gestaltet werden, dazu soll der Ort auch insgesamt aufgewertet werden.
Soziologin Anna Geliev bezieht sich auf die „Broken Window-Theorie“, laut der ein heruntergekommen wirkender Ort schnell noch mehr verfällt und weitere Probleme anzieht. Dem will man durch die fröhlich und attraktiv gestalteten Motive entgegenwirken, was auch die Anwohner des Parkhauses laut der Stadt sehr wertschätzen.
Außerdem dienst das Projekt dazu, der Jugendszene eine optimale Projektionsfläche für Kunst und Kultur zu bieten. Indem Graffiti nicht als illegaler Vandalismus, sondern als Kulturprojekt verstanden wird, erhalten Herzogenrather Jugendliche einen klareren Zugang zu ihrer Heimat.
„Wir haben in den letzten Wochen bereits einige Jugendliche aus der Mobilen Jugendarbeit hier in dieses Parkhaus-Projekt eingebunden und konnten dabei tolle Entwicklungen sehen“, so Janine Kerssenfischer vom Jugendamt. "Einige Jugendliche haben durch das Sprayen eine ganz neue Beziehung zur Stadt aufgebaut und sich mehr damit befasst, wie sich Identität auch auf legale Weise ausdrücken lässt.“
Begonnen wurde das Kunstprojekt auf der obersten Etage des Parkhauses, auf der die direkten Anwohner ihre gesicherten Stellplätze haben. Wenn das Wetter mitspielt, soll die Gestaltung dieses Bereichs im Lauf des Augusts abgeschlossen sein.
„Aktuell überlege ich mir Motive, die einen direkten Bezug zu Herzogenrath haben und die man von der Bahnstrecke aus sehen kann“, so Anna Geliev. Danach will man überlegen, wie sich auch die anderen Etagen des Parkhauses künstlerisch gestalten lassen. Zur Fertigstellung wird dann auch die Durchführung einer großen Vernissage überlegt.
Dabei bleibe zu hoffen, so die Stadt weiter, dass sich andere Sprayern an den Künstlerkodex in der Szene halten, der es verbietet, diese großflächigen Kunstwerke zu übersprayen. ;-)