
Durch die Schwermetallbelastung in Stolberg sind nach Ansicht des Landesumweltamts „sowohl chronische gesundheitsschädliche Wirkungen durch Arsen als auch chronische und akute gesundheitsschädliche Wirkungen durch Cadmium nicht auszuschließen".
Im November sind die Jahresgrenzwerte für Blei, Arsen und Cadmium in der Stolberger Luft überschritten worden.
Aktuell sind die Schwermetallwerte im Feinstaub allerdings wieder unter den Grenzwerten, teilt das Gesundheitsamt der StädteRegion mit. Eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe damit derzeit nicht. Auch eventuell vorhandene Rückstände seien durch Regen weggewaschen.
Die Kölner Bezirksregierung Köln hat Bauarbeiten bei einem metallverarbeitenden Betrieb als Ursache ausgemacht.
Allerdings kritisieren das städteregionale Gesundheitsamt und die Stadt Stolberg nochmal die Informationspolitik der Behörden. Bezirksregierung und Landesumweltamt hätten zu spät informiert.
Stolberg ist auch aus geologischer Sicht ohnehin schon ein schwermetallbelastetes Gebiet. An entsprechende Anbau- und Verzehrempfehlungen soll daher (unabhängig von dem akuten Ereignis) noch einmal erinnert werden. Zu finden sind die Empfehlungen HIER.
Die Kölner Bezirksregierung teilt dazu am Freitag, 18.12.2020, mit:
Die Belastung durch Schwermetalle in der Brauereistraße in Stolberg sinkt kontinuierlich weiter. Neuste Ergebnisse des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zeigen, dass der über 8 Tage (6.-13.12.) gemittelte Konzentrationswert für Cadmium bei 4,2 ng/m³ und für Arsen bei 4,1 ng/m³ liegt. Dies ist gegenüber den im November gemessenen Schwermetallkonzentrationen ein sehr deutlicher Rückgang. Die anzustrebenden Zielwerte liegen als Jahresmittelwert für Arsen bei 6 ng/m³ und für Cadmium bei 5 ng/m³.
Die Bezirksregierung Köln hatte anlässlich der erhöhten Werte von Arsen und Cadmium an der Messstation (STOB) in der Brauereistraße in Stolberg Ende November umgehend eine Ursachenermittlung und Maßnahmen eingeleitet.
Eine angeordnete Reinigung der Außenfassade eines bleierzeugenden Betriebes wurde inzwischen beendet und durch die Bezirksregierung Köln zusammen mit dem LANUV mehrfach überprüft. Darüber hinaus wurde angewiesen, die neu installierten Stauberfassungs- und Filteranlagen weiter zu optimieren. Auch dieser Prozess erfolgt in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung. Unterstützend wird das LANUV NRW voraussichtlich ab Januar 2021 drei neue Luftmessstationen in Betrieb nehmen, sobald die Stadt Stolberg in Zusammenarbeit mit dem regionalen Energieversorger die erforderliche Infrastruktur (Stromversorgung) dafür bereitstellt.
Die Messwerte des LANUV können HIER eingesehen werden.