
"Stolberg hilft": Das passiert mit dem Geld
Von den insgesamt drei Millionen Euro, die bisher nach den Hochwassern des letzten Sommers auf dem Spendenkonto „Stolberg hilft“ eingegangen sind, hat die Stadt Stolberg schon zwei Millionen Euro ausgeschüttet.
Kurz nach der Flut ist rund eine Millionen Euro im Rahmen der „Soforthilfe 1“ in bar an Betroffene verteilt worden. Danach hat man weitere rund 200.000 Euro über die städtische „Soforthilfe 2“ direkt vergeben. Außerdem ist Geld für die Unterstützung der in der Flut aktiven ehrenamtlichen Strukturen sowie für die Unterstützung von Menschen in prekären Wohnverhältnissen verwendet worden. Das Blaue Haus auf der Frankentalwiese als Heimat zahlreicher sozialer Träger, die ihre Räumlichkeiten durch die Flut verloren haben, und die Interessengemeinschaften hat die Stadt neben vielen anderen Vorhaben mit Spendengeldern unterstützt.
Dann ist die Kostenübernahme von Beratungen und rechtlichen Vertretungen von Mietern durch den Mieterschutzverein weiter übernommen und die Tafel bei der Beschaffung von Lebensmitteln unterstützt worden. Darüber hinaus entstehen in Vicht, Zweifall, vor dem Rathaus und auf der Frankentalwiese Spielcontainer für Kinder. Damit soll eine Alternative für die durch die Flut in diesen Gebieten zerstörten Spielplätze entstehen. Außerdem sollen mit dem Spendengeld zwei modulare Sitzgelegenheiten für solche Bereiche beschafft werden, in denen diese seit der Flut fehlen. Eine weitere Verwendung ist die temporäre Bereitstellung einer öffentlichen Toilette auf dem Kaiserplatz, da sie seit der Zerstörung des Rathauses und des Restaurants „LIVING“ in diesem Bereich fehlt.
Bei der übrigen Million geht Stolberg aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr davon aus, dass es ab Herbst wieder einen erhöhten akuten Hilfebedarf bei Menschen geben wird, die in noch nicht wiederhergestellten Wohnungen leben. Für dieses schwer zu beziffernde und schwer kalkulierbare Risiko möchte die Stadt einen entsprechenden finanziellen Puffer vorhalten.
Der Verwaltungsvorstand hat nun den Stadtratsfraktionen den Vorschlag gemacht, das restliche Geld vollumfänglich an die Menschen auszuzahlen, sobald das Risiko des erhöhten Hilfebedarfs ab Herbst abgeschätzt werden kann. Voraussichtlich gegen Ende des Jahres wird die Verwaltung also mit einem Verteilungsvorschlag für die übrigen Gelder auf die Politik zugehen.
Unklar ist noch, inwiefern das Land die städtischen Hilfen auf die Auszahlung der Wiederaufbauhilfe anrechnet. Der Stadt sind diesbezüglich einige Fälle bekannt. Bürgermeister Patrick Haas hat zur Klärung dieser Frage die zuständige Kommunalministerin Ina Scharrenbach angeschrieben.
Haas sichert zu, dass das noch übrige Geld auf möglichst faire Art und Weise vollumfänglich ausgezahlt werde, sobald der voraussichtlich steigende Hilfebedarf von Mietern ab Herbst sinnvoll abzuschätzen ist und vor allem die Fragen geklärt sind, ob die Hilfen vom städtischen Spendenkonto von der Wiederaufbauhilfe abgezogen werden.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.06.2022 08:58