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Stimmen zu Continental
© Land NRW/Ralph Sondermann
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Stimmen zu Continental

Veröffentlicht: Mittwoch, 16.09.2020 12:44

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Ministerpräsident Armin Laschet (Bild oben) hat die Pläne von Continental kritisiert, das Reifenwerk in seiner Heimatstadt Aachen zu schließen und 1800 Arbeitsplätze zu vernichten. Die Art und Weise, wie die beabsichtigte Schließung kommuniziert wurde, sei für die Landesregierung inakzeptabel, so Laschet zum „Handelsblatt“. Ohne Vorabstimmung mit Arbeitnehmervertretern und Landespolitik umfassende Werksschließungen und größeren Arbeitsplatzabbau zu verkünden, passe nicht zur Tradition des Miteinanders von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Politik in NRW. Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, das Aachener Werk, das modernste Autoreifen mit hoher Profitabilität produziere, zu halten. Es liege jetzt am Aufsichtsrat, den Ruf des Unternehmens als Partner zu retten und den angerichteten Schaden zu beheben.


Zur geplanten Schließung des Aachener Continental-Reifenwerks hat sich jetzt auch Städteregionsrat Tim Grüttemeier (Bild unten) geäußert. In einem Brief an den Continental-Aufsichtsratsvorsitzenden hat er seine Bestürzung zum Ausdruck gebracht. Grüttemeier sagt, er stehe solidarisch an der Seite der Mitarbeiter. In die Betroffenheit mische sich aber auch Verwunderung, weil das Aachener Werk wirtschaftlich gesund sei auch den Lockdown gut überstanden habe. Dem Aachener Betriebsratsvorsitzenden Udo Bohnhof hat Grüttemeier ebenfalls geschrieben. Ihm hat er versichert, an dessen Seite zu stehen, wenn es darum gehe, den Standort sowie die Arbeitsplätze zu sichern und den Beschäftigten eine Perspektive zu bieten.


Von den Aachener Grünen und ihrer Bürgermeisterin Hilde Scheidt heißt es zu dem Thema: „Die Schließung des Standorts würde die 1800 Beschäftigten hart treffen. Und auch die Stadt kann den Wegfall von 1800 Industriearbeitsplätzen nicht ohne weiteres verkraften. Das Aachener Werk erwirtschaftet nach Angaben der Gewerkschaften Gewinne für die Gesamtbilanz des Konzerns. Die Verlagerung der Produktion in andere Werke ist nach den erheblichen Investitionen in den Standort in den vergangenen Jahren nicht wirklich nachvollziehbar. Die Beschäftigten und ihre Familien haben in dieser Situation unsere volle Solidarität und Unterstützung.“ Zeitnah sollten in dieser Situation der Rat der Stadt und das Unternehmen das gemeinsame Gespräch suchen. Dafür würden sich die GRÜNEN als einen ersten konkreten Schritt einsetzen.


Und Harald Baal, CDU-OB-Kandidat in Aachen sagt: "Ich stehe fest an der Seite der Mitarbeiter*innen des Aachener Continental-Werks. Die gestrige Ankündigung der Continental AG, ihr Aachener Reifenwerk bis Ende 2021 schließen zu wollen, hat mich erschüttert. Die Pläne des Konzerns zeigen, worum es jetzt geht. Es geht um 1.800 Arbeitsplätze. Das sind 1.800 Einzelschicksale. 1.800 Familien bangen nun um ihre Zukunft. Hinzu kommen zahlreiche Betroffene auf Seiten der Zulieferer. Ich werde für den Erhalt des Werkes kämpfen. Gemeinsam mit unserer Landesregierung und den Vertreter*innen der Beschäftigten werde ich mich gegenüber der Konzernleitung dafür stark machen, dass die Arbeitsplätze in Aachen bestehen bleiben. Als Steuerberater weiß ich, dass derartige Maßnahmen nur der kurzzeitigen Bilanzverschönerung dienen. Aktionär*innen mag das freuen. Der langfristigen Stärkung des Konzerns und seiner Arbeitsplätze dienen sie nicht.Das Aachener Werk erwirtschaftet Gewinne. Dies ist vor allem der guten Arbeit der Beschäftigten zu verdanken. Sie haben es nicht verdient, vom Management fallen gelassen werden. Deshalb werde ich mich an vorderster Front für sie einsetzen. Wer mit grüner Ideologie zum Kreuzzug gegen das Auto aufruft, sollte sich über derartige Konzernankündigungen nicht wundern. Eine politische Rhetorik, die Autofahrer*innen, die hinter ihnen stehenden Unternehmen und damit tausende Beschäftigte zum Feindbild erklärt, schafft eine Stimmung, in der es Unternehmen leichtfällt, einen radikalen Stellenabbau mit dem Strukturwandel in der Autoindustrie zu begründen. Wenn wir in Aachen weiterhin das Klima schützen, die Mobilität der Zukunft gestalten und in vielen weiteren Bereichen politisch handlungsfähig bleiben wollen, brauchen wir dafür eine wirtschaftliche Grundlage. Auch dafür steht das Aachener Continental-Werk."

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© StädteRegion Aachen, Ralph Sondermann
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