
Sternsinger: Kinderarbeit nimmt weltweit wieder zu
Am Sonntag (12.6.22) ist der Internationale Tag gegen Kinderarbeit - und das Aachener Kindermissionswerk "Die Sternsinger" weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass es weltweit immer mehr ausbeuterische Kinderarbeit gibt. Besonders betroffen ist demnach der afrikanische Kontinent.
Als Hauptgründe gelten Armut und fehlender Zugang zu Bildung.
Petra Schürmann, die Expertin für Kinderrechte im Kindermissionswerk: „160 Millionen arbeitende Kinder gibt es weltweit, das ist jedes zehnte Kind.“ In Afrika müsse sogar jedes fünfte Kind arbeiten, ein Großteil davon in der Landwirtschaft. Die Mädchen und Jungen, die arbeiten müssen, würden zudem immer jünger, so die Kinderrechtsexpertin. Innerhalb der eigenen Familie und im informellen Sektor lernten schon Vierjährige, auf dem Feld mitzuarbeiten.
In vielen Ländern Afrikas wie beispielsweise Somalia oder Kenia werde die Not für Kinder und deren Familien aktuell immer größer. Anhaltende Dürren, Heuschreckenplagen, ausbleibende Weizenlieferungen und steigende Preise wegen des Ukraine-Kriegs verschärften die Lage der Menschen. Viele Eltern seien auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen, um die Familie zu ernähren.
Ein weiteres Problem seien die mit der Corona-Pandemie verbundenen langen Schulschließungen. In Uganda beispielsweise hatten die Schulen zwei Jahre lang geschlossen. Projektpartner des Kindermissionswerks berichten, dass viele Mädchen und Jungen nicht mehr in die Schulen zurückgekehrt sind und stattdessen arbeiten und zum Familieneinkommen beitragen müssen.
Das Hilfswerk der Sternsinger unterstützt seine Projektpartner in aller Welt im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit. Das oberste Ziel: Den Teufelskreis aus Armut, fehlender Bildung und Kinderarbeit durchbrechen. Doch auch in Deutschland kann jeder einen kleinen Beitrag gegen ausbeuterische Kinderarbeit leisten. „Die Entscheidung für fair gehandelte Produkte beim Einkauf ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Schürmann.
Weitere Informationen zum Thema Kinderarbeit und zum Einsatz des Kindermissionswerks und seiner Partner gegen ausbeuterische Kinderarbeit findet Ihr HIER.
Veröffentlicht: Freitag, 10.06.2022 11:58