
STAWAG erhöht Gaspreise erst zum Jahreswechsel
Veröffentlicht: Donnerstag, 14.10.2021 13:18
Der Aachener Energieversorger STAWAG wird seine Gaspreise zum Jahreswechsel erhöhen.
Bis dahin - und somit immerhin bis zur Hälfte der Heizsaison - blieben die Preise aber zunächt stabil, so die STAWAG auf AntenneAC-Anfrage.
Zum neuen Jahr werde man aber auch nicht umhinkommen, wegen der Entwicklungen auf dem Großhandelsmarkt und einer stärkeren staatlichen CO2-Bepreisung die Tarife zu verteuern. Für den Großteil der STAWAG-Kunden müsse aufgrund einer sehr guten Beschaffungsstrategie aber nur die CO2-Abgabe (mit dann 0,65 Cent je Kilowattstunde brutto) weitergeben werden, so dass in Summe die neuen Preise dann noch weit unter dem Wettbewerb liegen würden.
Somit müssen ab 1.1. STAWAG-Gaskunden in einer Wohnung mit einem typischen Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden pro Jahr 33 Euro bzw. 6,8 % mehr im Jahr zahlen. Für Haushalte in einem Ein-Familienhaus mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 18.000 Kilowattstunden pro Jahr beläuft sich die Erhöhung auf 117 Euro bzw. 8,6% im Jahr.
Der Energieversorger EWV hat am Mittwoch eine Erhöhung seiner Gaspreise schon zum 1. Dezember angekündigt. Ein Musterhaushalt mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 18.000 kWh muss da 176 Euro mehr bezahlen.
Hintergrundinfos der STAWAG: Was ist auf den Energiemärkten los?
Unser Verband BDEW erklärt die Situation auf den Energiemärkten wie folgt:
- Nachholeffekt durch die Corona-Pandemie: Starkes Wirtschaftswachstum in den verschiedenen Wirtschaftsräumen (z.B. Asien) -> erhöht Energienachfrage
- langanhaltender Winter 2020/21: stark gesunkene Gasspeicherfüllstände
- Heißer Sommer in China: hohe Nachfrage nach Strom
- In China wie in Brasilien: trockener Sommer: geringere Laufzeiten der Wasserkraftwerke –> höhere Nachfrage nach Gas
- Wartungs- und Reparaturarbeiten an Gas-Pipeline
- Windflaute in Europa: weniger Strom aus Erneuerbaren Energien, mehr Stromerzeugung in Gaskraftwerken
- Preise für CO2-Zertifikate haben sich in den letzten 24 Monaten verdoppelt
- „Die Lösung besteht auch an dieser Stelle in einem beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und von Speichertechnologien, um das Angebot an CO2-freiem Strom schnellstmöglich zu erhöhen.“ (BDEW)