
Stadt Aachen will "Wärmewende"
Die Wärmeversorgung in der Stadt Aachen soll von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas auf erneuerbare Energien durch Photovoltaik, Wind und Geothermie umgestellt werden. Die Stadt spricht von einer "Wärmewende" und hat dazu mit den Hochschulen, dem Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie sowie der STAWAG Eckpfeiler für eine klimaneutrale Energieversorgung bis ins Jahr 2030 vorgelegt.
Was die Partner demnach tun können:
- Die STAWAG werde die Fernwärme aus- und umbauen, sie soll bis 2030 klimafreundlich auf Basis von erneuerbaren Energien wie Tiefengeothermie und weiteren Auskopplungen erzeugt werden.
- Die IHK Aachen unterstützt ihre Mitglieder bei der Nutzung der Chancen der Energiewende mit speziellen Transferprojekten sowie mit einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Energieeffizienzberatung.
- Die RWTH kann mit ihren wissenschaftlichen Expertisen wichtige Beiträge leisten. Sie erklärt sich dazu bereit, die Stadt bei der Entwicklung und Umsetzung der Wärmewende zu unterstützen.
- Auch Institute der FH Aachen wollen mit ihrer praxisnahen Forschungs- und Entwicklungsexpertise helfen.
- Die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) bringt ihre Kompetenz rund um Energieinfrastrukturen und Geothermie ein. Das Institut versteht sich als Denkfabrik für die Energiewende.
Der größte Teil der Emissionen, die den Klimawandel verursachen, werde in Aachen dadurch ausgelöst, dass Gebäude beheizt werden, heißt es. Weitere Ursachen lägen im Verkehr und beim Stromverbrauch. Die Stadtverwaltung selbst trage weniger als zwei Prozent zu den klimarelevanten Emissionen bei. Der Hauptteil komme aus den Haushalten, den Eigenheimen, den Unternehmen und den am Verkehrsgeschehen Beteiligten.
Die nötige Energiewende - und als Teil davon die Wärmewende - sei also nur zu schaffen, wenn alle gesellschaftlichen Bereiche mitmachen.
Das Ziel der Klimaneutralität 2030 sei höchst ambitioniert und erfordere Veränderungen in vielen Bereichen. „Dabei ist eine klimaneutrale und unabhängige Wärmeversorgung technisch noch deutlich herausfordernder als die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien“, sagt Oberbürgermeisterin Keupen.
Bisher basiert die Wärmebereitstellung im Wesentlichen auf der Verbrennung von Öl und Gas sowie aus der Abwärmenutzung des Braunkohlekraftwerks in Weisweiler.
Die Bündnispartner*innen schlagen eine bedarfsgerechte Detailplanung für die Stadt in Form eines Wärme- und Energieplans vor.
Außerdem müsse die Transformation der Wärmeversorgung unbedingt mit einer Senkung des Wärmebedarfs in den Gebäuden einhergehen. Der Einsatz energieeffizienterer Technik sei dafür genauso wichtig wie die Sanierung der Gebäudehülle. Ohne Energieeinsparungen auf der wärmeabnehmenden Seite (Privathaushalte, Gewerbe, Institutionen) könne die Wärmewende nicht gelingen.
Für Wohnhäuser könnte es eine interessante Lösung sein, Erdwärme mithilfe von Wärmepumpen zu nutzen und den dafür benötigten Strombedarf aus grünem Strom (Photovoltaik, Wind) abzudecken.
Weitere Wärmequellen für eine klimaneutrale Beheizung können zum Beispiel aus der Kanalisation, aus Industrieprozessen, aus Thermalquellen oder aus alten Bergbaugruben noch stärker in den Blick genommen werden.
(Foto: Die Stadt Aachen hat im engen Zusammenspiel mit verschiedenen Institutionen aus Wissenschaft und Wirtschaft Eckpfeiler für eine Wärmewende in Aachen vorgelegt (v.l.): Maria Vankann (Stadt Aachen), Wilfried Ullrich (STAWAG), Professor Thomas Ritz (FH Aachen), Professor Dirk Müller (RWTH Aachen), Professor Rolf Bracke (Fraunhofer-Institut), Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Raphael Jonas (IHK Aachen) und Klimadezernent Heiko Thomas (Stadt Aachen). )
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.05.2022 12:45