
Sozialplan für Conti Aachen
Das Continental-Reifenwerk in Aachen hat sich nach monatelangen Verhandlungen mit der IG BCE und dem Betriebsrat auf ein sozialverträgliches Konzept geeinigt.
Laut Infos der IG BCE soll die Reifenproduktion in Aachen bis 2022 eingestellt werden - also ein Jahr später als von Continental zunächst geplant. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis zum nächsten Jahr von rund 1800 auf 1200 reduziert werden. Bis 2023 bleiben dann 500 Arbeitsplätze in Aachen erhalten.
Ziel des Gesamtkonzepts namens „Aachen neu denken“ sei es, die Mitarbeiter weiter zu vermitteln oder umzuschulen. Außerdem sieht der vereinbarte Sozialplan umfangreiche Abfindungen vor, die sich nach Alter, Betriebszugehörigkeit oder Anzahl der Kinder richten. Es gibt auch diverse Zuschüsse – unter anderem für Mitarbeiter, die schlechte Vermittlungschancen haben. Die Gesamtabfindung ist bei 200.000 Euro pro Mitarbeiter gedeckelt.
Aachens DGB-Geschäftsführer Ralf Woelk ist erleichtert über den neuen Sozialplan für das Aachener Continental-Reifenwerk. Er hält die Aufgabe des Standorts zwar nach wie vor für eine schwere Fehlentscheidung des Konzerns. Allerdings hätten alle Beteiligten jetzt wesentlich bessere Bedingungen zur Hand, um die Folgen für die Beschäftigten abzuwenden oder mindestens abzufedern.
Auch Bischof Dr. Helmut Dieser begrüßt den Kompromiss: „Mitten in Zeiten, die durch die Corona-Pandemie von großer Unsicherheit geprägt sind, ist dies ein wichtiges Signal für die Beschäftigten und die Region Aachen.“ Die Entscheidung zeige auch, wie wichtig es sei, den Dialog auch in angespannten Zeiten auf Augenhöhe zu führen. Die gesamte Wirtschaft befinde sich derzeit in einem massiven Strukturwandel. „Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen nicht aus den Augen verlieren, dass alle Strategien zur Wertschöpfung immer auch einen verantwortlichen Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einschließen müssen.“
Veröffentlicht: Dienstag, 27.04.2021 08:05