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Solarstrom-Boom in Aachen und der Region
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Solarstrom-Boom in Aachen und der Region

Veröffentlicht: Dienstag, 09.05.2023 10:48

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In Sachen Solarstrom vermeldet die Regionetz für das letzte Jahr Rekordwerte für Aachen und die Region.

Allein in der Stadt Aachen sind doppelt soviele Photovoltaik-Anlagen ans Netz gegangen wie im Jahr davor - und zwar gut 850. Schon im Vorjahr hatte es in Aachen eine enorme Steigerung gegeben: von 306 (2020) auf 419 (2021) neue Anlagen.

Starke Zuwächse gibt es auch beim eigenen Stromspeicher, über 300 sind im letzten Jahr angemeldet worden - nach gut 180 im Vorjahr. Hinzu kommen 350 neue Balkonkraftwerke aus Solarstrom. Alles in allem habe sich die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen in Aachen von rund 34 Megawatt auf 39 Megawatt erhöht, so die Regionetz.

“Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig”, sagt Ralf Schmidt, Gruppenleiter Einspeisung beim Netzbetreiber Regionetz, und zählt mögliche Gründe auf: “Anscheinend möchten viele Menschen mit der Installation einer Photovoltaik-Anlage die Energiewende selbst voranbringen und zum Klimaschutz beitragen. Auch der Krieg gegen die Ukraine und die dadurch ausgelösten Unsicherheiten an den Energiemärkten hat die Menschen in dem Wunsch nach einer unabhängigeren Versorgung bestärkt. Selbst in den führeren, starken Jahren 2010 bis 2012 haben wir keinen vergleichbaren “Run” wie im letzten Jahr auf Photovoltaik feststellen können.” Auch für das laufende Jahr erwartet die Regionetz einen starken Zubau, da bereits 520 PV-Anlagen bis Ende April in Aachen ans Netz gegangen sind.

In der Region ist die Entwicklung auf ähnlich hohem Niveau: So wurden über 2.600 PV-Anlagen im gesamten Netzgebiet der Regionetz in 2022 in Betrieb genommen. Damit wurde der gesamte Zubau der beiden Jahre 2021 (1.502) und 2020 (1.162) übertroffen. Insgesamt war Ende 2022 eine Leistung von 147 Megawatt am Netz – und der Trend setzt sich fort: Bis Ende April 2023 wurden schon über 1.500 PV-Anlagen in der Region angemeldet.

Bei den “steckerfertigen Anlagen”, umgangsprachlich auch “Balkonkraftwerke” genannt, werden ein oder zwei kleine Solarpanele am Balkon montiert oder an eine Wand gelehnt und erzeugen Solarstrom, der per herkömmlicher Steckdose in heimische Stromnetz für den direkten, eigenen Verbrauch eingespeist wird. Bis zu 600 Watt Wechselrichterleistung darf (aktuell) eine solche PV-Anlage haben, die keinen Elektriker für die Installation und Inbetriebnahme benötigt. Bei der Regionetz kann eine solche Anlage über www.regionetz.digital/einspeisung angezeigt werden, sie erfordert keine Genehmigung (“vereinfachtes Verfahren”).

“Sollte der Anschluss des Balkonkraftwerks jedoch fest mit der Hausinstallation verbunden werden, sind diese Arbeiten Elektrofachkräften vorbehalten. Bitte beachten Sie dies zur eigenen Sicherheit. Die Gefahren des elektrischen Stroms sind für Laien nicht immer auf den ersten Blick erkennbar”, so Schmidt. 

Wer eine leistungsstärkere Photovoltaikanlage errichten möchte und damit an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden möchte, benötigt nicht nur eine Genehmigung durch den Netzbetreiber Regionetz, sondern auch einen Zweienergierichtungs-Zähler, der die ins Netz eingespeisten Mengen ermittelt. Diese Strommengen werden nach der Jahresablesung durch die Regionetz nach den vom Gesetzgeber vorgegebenen Preisen vergütet. Sie liegen aktuell bei haushaltüblichen PV-Anlagen bei rund 8 Cent je Kilowattstunde. Derzeit arbeiten Bundesregierung und diverse Fachgremien an neuen rechtlichen Rahmenbedingungen, die für Interessierte noch weitere Vereinfachungen im Anmeldeverfahren mit sich bringen sollen.

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