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Schiene: Mehr Fahrgäste, Verspätungswerte kaum verändert
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Schiene: Mehr Fahrgäste, Verspätungswerte kaum verändert

Veröffentlicht: Mittwoch, 12.06.2024 08:50

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Im Schienennahverkehr beim Aachener Verkehrs-Verbund (AVV) und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) sind im letzten Jahr die Fahrgastzahlen weiter gestiegen.

Die Verspätungssituation hat sich auf dem Vorjahresniveau gehalten, steht im neuen Qualitätsbericht des Dachverbands go.Rheinland.

Laut go.Rheinland-Geschäftsführer Norbert Reinkober kämpfe man mit der immer komplexer werdenden Baustellensituation - und das werde in den kommenden Jahren auch so bleiben. Außerdem hätten die Eisenbahnverkehrsunternehmen wegen des Fachkräftemangels Personalprobleme. Man rechnet damit, dass zumindest beim Thema Personal mittelfristig eine Besserung eintreten wird.


Den vollständigen neuen Qualitätsbericht findet Ihr HIER.

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Die Einzelheiten:

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  • Konkret hat 2023 die durchschnittliche Verspätung bei Regionalexpress (RE), Regionalbahn (RB) und S-Bahn bei 2:47 Minuten gelegen, somit waren die Züge im Vergleich zu 2022 17 Sekunden pünktlicher. Dies entspricht einer Verbesserung um neun Prozent. Die höchsten Verspätungswerte wurden in den Monaten November und Dezember eingefahren. Haupttreiber waren die überlasteten Schienenwege und die Trassenkonflikte deswegen, externe Einflüsse auf den Bahnbetrieb sowie immer komplexer werdende Baustellen, heißt es. Die pünktlichsten Werte wiesen weiterhin die S-Bahnen auf. Bei den RB-Linien fielen die Verspätungswerte auf 2:29 Minuten (minus 16 Prozent) und bei den RE-Linien auf 3:57 Minuten (minus acht Prozent).
  • Neue Höchstwerte gibt es bei den Zugausfällen. Die durchschnittlichen Zugausfälle sind von 9,53 Prozent in 2022 auf 14,95 Prozent in 2023 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 56,92 Prozent. Der Hauptgrund für die hohe Ausfallquote sei das ausgeprägte Baugeschehen auf der Schiene. Etwa 63 Prozent der Ausfälle waren direkt durch Baumaßnahmen bedingt. Außerdem sind Personalengpässe eine große Herausforderung für die Eisenbahnverkehrsunternehmen. 18 Prozent der Zugausfälle lassen sich darauf zurückführen.
  • Die Zahl der täglichen Einsteiger an Werktagen (montags-freitags) ist im Jahresdurchschnitt von rund 314.000 Fahrgästen in 2022 auf 348.000 Fahrgäste in 2023 gestiegen. Dies entspricht einer Zunahme von rund elf Prozent. Beim Blick auf die einzelnen Monate war ein sprunghafter Anstieg im Mai (Einführung Deutschlandticket) zu erkennen und im Juni waren erstmals wieder mehr Fahrgäste an den Wochentagen unterwegs als vor der Corona-Pandemie. Zudem lässt sich eine Veränderung hin zu mehr Freizeitverkehr erkennen.
  • Seit 2022 erheben die von go.Rheinland beauftragten Profitester*innen auch Daten zum Fahrzeugzustand. Da nicht auf allen Linien von den Bahnunternehmen Daten geliefert werden können, ergibt sich durch den Einsatz der Profitester*innen ein vollständigeres Bild. Bei den Kategorien „Funktionalität der Toiletten“ gab es ebenso Verschlechterungen wie bei der „Funktionalität der Außentüren“ und der „Verschmutzung mit Graffiti“. Bei der „Sauberkeit insgesamt (ohne Graffiti)“ und den „Fahrgastinformationssystemen“ blieben die Werte nahezu unverändert.
  • Mit dem go.Rheinland-Kundendialog gibt es ein wichtiges Instrument, um den Fahrgästen die Möglichkeit zu geben, auf Mängel und Probleme im Schienenpersonennahverkehr hinzuweisen. Während es im Jahr 2022 insgesamt 1.380 Kundeneingaben gegeben hat, waren es im letzten Jahr 1.605 und damit 225 Eingaben mehr (plus 16,3 Prozent). Die beiden häufigsten Gründe für Beschwerden waren Fahrtausfälle sowie Fahrtverspätungen.
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