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Schaffen von Wohneigentum immer schwieriger
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Schaffen von Wohneigentum immer schwieriger

Veröffentlicht: Mittwoch, 20.09.2023 08:43

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In der StädteRegion Aachen ist der Bau von Eigenheimen innerhalb eines Jahres um 39 Prozent zurückgegangen.

Laut einer neuen Analyse des Pestel-Instituts sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres hier bei uns 115 Baugenehmigungen für neue Ein- und Zweifamilienhäuser erteilt worden - im ersten Halbjahr 2022 waren es noch 190.

106.000 Wohnungen werden aktuell von den Eigentümern selbst genutzt.

Das Wohneigentum sei weiter auf der Rutschbahn, heißt es, für eine Kehrtwende müsse der Staat dringend ein effektives Wohneigentumsprogramm auf die Beine stellen.

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Weitere Infos des Pestel-Instituts dazu:

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„Der Traum vom eigenen Haus, von der eigenen Wohnung – er platzt gerade in Serie. Wenn es um das Anschaffen von Wohneigentum geht, ist auch die Städteregion Aachen quasi in eine Schockstarre verfallen“, sagt Katharina Metzger vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der die Wohnungsmarkt-Untersuchung beim Pestel-Institut in Auftrag gegeben hat.

Nur wenige Menschen könnten sich die eigenen vier Wände heute noch leisten. „Hohe Zinsen, hohe Baulandpreise, hohe Baukosten, die vor allem auch durch hohe Klimaschutz-Auflagen nach oben getrieben werden: Wohneigentum scheitert am Geld“, so Metzger.

Die Wissenschaftler vom Pestel-Institut sprechen sich deshalb für ein „Bundes-Baustartkapital“ aus. Wer heute neu bauen will, brauche vor allem eines: günstiges Geld. Notwendig sei ein Bundes-Baudarlehen mit höchstens 1,5 Prozent Zinsen als Startkredit fürs Wohneigentum. Der Staat solle den Menschen den festen Niedrigzins für 20 Jahre bieten – und das für einen Kredit in Höhe von bis zu 4.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Dadurch ließe sich der Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern, von Eigentumswohnungen und Reihenhäusern auch in der Städteregion Aachen wieder pushen.

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„Machbarkeits-Check Wohneigentum“:

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Das Pestel-Institut hat in seiner Regional-Analyse zum Wohnungsmarkt auch einen „Machbarkeits-Check Wohneigentum“ für die Städteregion Aachen gemacht. Hierbei haben die Wissenschaftler den Fokus auf den Neubau eines Reihenhauses mit 95 Quadratmetern Wohnfläche gelegt – also auf das Zuhause für eine 4-köpfige Familie.

Ergebnis: Wer ein Nettoeinkommen von 5.200 Euro pro Monat oder mehr hat und außerdem noch über ein Eigenkapital von mindestens 40.000 Euro verfügt, der sollte sich unter den aktuellen Bedingungen den Neubau des eigenen Reihenhauses in der Städteregion Aachen leisten können.

Dabei handle es sich allerdings um eine "Verdiener-Elite", denn wirklich viele Menschen seien das nicht. Für alle anderen sei Wohneigentum nur machbar, wenn der Staat dabei unter die Arme greift. So würde sich bei einem Bundes-Baudarlehen mit einem 1,5-Prozent-Zins das notwendige Einkommen für den Neubau eines Reihenhauses in der Städteregion Aachen auf 3.300 Euro netto im Monat reduzieren.

Vor allem die 25- bis 40-Jährigen gingen beim Wohneigentum seit Jahren mehr oder weniger leer aus, heißt es weiter.

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