
Im Zuge der Sanierung des Neuen Kurhauses in Aachen an der Monheimsallee wird aktuell die neue Belüftungstechnik eingebaut.
Die Stadt spricht von einem "Meilenstein" beim größten städtischen Bauprojekt mit einem Investitionsvolumen von über 58 Millionen Euro. Voraussichtlich Mitte 2025 ist alles fertig und das Eurogress kann dann das Neue Kurhaus als Veranstaltungsstätte übernehmen.
Herzstück ist der große Saal, der schon vor über 100 Jahren einer der angesagtesten Treffpunkte Aachens war. Allein dort werden in Zukunft Veranstaltungen mit bis zu gut 600 Besuchern stattfinden können – von Kongressen über Konzerte bis zu privaten und kommerziellen Feiern.
Seit einigen Woche verstärkt im Neuen Kurhaus eine aufwändig installierte Stahlkonstruktion die Decke im Haupttrakt. Dort können schwere Lasten der Haustechnik jetzt so platziert werden, dass sie fast nicht auffallen. Von dort werden Kanäle und Rohre in jeden Raum des Kurhauses geführt, um künftig überall für frische Luft und eine optimale Temperatur zu sorgen.
Das gesamte „Technikpaket“ schlägt mit rund 14 Millionen Euro zu Buche, davon allein für die Lüftungsanlage etwa 3,2 Millionen Euro.
Aktuell sind rund 50 Handwerker aus zehn verschiedenen Gewerken auf der Baustelle. Sobald die Sanierung final auf den Innenausbau zusteuert, werden sogar 25 Gewerke jeden Tag auf der größten Baustelle der Stadt unterwegs sein.
Ein Gebäude mit einer mehr als 100-jährigen Geschichte
Das Neue Kurhaus in Aachen liegt seit über 100 Jahren im Kurpark der Stadt Aachen und beherrscht die Szenerie gemeinsam mit dem angrenzenden Hotel Quellenhof und dem Eurogress.
Im 1916 eröffneten Kurhaus befanden sich zwei Konzertsäle, Lesesäle, Raucherzimmer, Gesellschafts- und Spielräume sowie zwei "Frauensäle". Zu den gastronomischen Einrichtungen gehörten ein Speisesaal sowie ein Weinsalon und mehrere Kaffeeräume.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nach der Wiederherstellung erfolgte am 5. Februar 1953 die Wiedereröffnung mit einer Karnevalssitzung. Das Haus war seitdem Veranstaltungsort für Konzerte und Karnevalsevents, unter anderem auch für die Veranstaltung „Orden wider den tierischen Ernst“, bis 1976 die neugegründete Spielbank Aachen einzog. Seit Auszug der Spielbank im Jahr 2015 steht das Gebäude leer.
Mit der Sanierung des Neuen Kurhauses verfolgt die Stadt Aachen das Ziel, in Anlehnung an das ursprüngliche Konzept wieder eine attraktive Veranstaltungsstätte für die Bürger der Stadt zu schaffen, den Gemeinschaftssinn zu stärken und Gemeinschaft auch leben zu können. Insofern soll die Tradition des Neuen Kurhauses wiederaufleben. Es soll zukünftig wieder für Veranstaltungen aller Art nutzbar sein.



