
Die Stadt Aachen hat die Details zur Sanierung der Burtscheider Brücke vorgestellt.
Ab voraussichtlich September 2027 wird die wichtige Verkehrsverbindung für alle Verkehrsteilnehmer komplett gesperrt. Die Brücke ist in einem schlechten Zustand und muss dringend saniert werden, sagt die Stadt. Die Kosten liegen bei rund 3,11 Millionen Euro. Der Stadtrat hat die zusätzlichen Mittel für die Arbeiten am 14. Oktober freigegeben.
Wasser hat die Brücke stark beschädigt
Die Burtscheider Brücke stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1952. Vor allem eingedrungenes Regenwasser hat dem Bauwerk über Jahre zugesetzt. Weil die Entwässerung nicht mehr richtig funktioniert, ist der Beton an vielen Stellen beschädigt. Auch Streusalz hat die Schäden verstärkt. Im Januar 2026 mussten bereits lose Betonteile an der Unterseite entfernt werden, weil sie auf die darunterliegenden Bahngleise hätten stürzen können.
Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass die Hauptbrücke nicht mehr so belastbar ist wie ursprünglich geplant. Deshalb hat die Stadt die Fahrbahnen bereits verengt und eine Gewichtsbeschränkung auf 7,5 Tonnen eingeführt.
Bei der Sanierung wird nicht nur die Entwässerung erneuert. Auch die Fahrbahnplatte muss komplett neu gebaut werden. Die Stahlkonstruktion der Brücke ist dagegen insgesamt in einem guten Zustand.
So laufen die Bauarbeiten ab
Zu Beginn der Bauarbeiten soll die Brücke mit hydraulischen Pressen rund zwei Meter angehoben und abgestützt werden. Danach werden die Fahrbahn, Gehwege und Bordsteine entfernt. Anschließend erneuert die Stadt die Entwässerung und baut eine neue Fahrbahnplatte ein. Das Regenwasser soll künftig direkt auf der Brückenoberseite abgeleitet werden, damit es nicht mehr ins Bauwerk eindringt.
Auch die Aufteilung des Straßenraums ändert sich: Die Radwege werden auf beiden Seiten auf 2,50 Meter verbreitert und auf Gehwegniveau angehoben. Die Fahrbahn wird künftig 6,50 Meter breit sein, die Gehwege jeweils rund drei Meter.
Anschließend sind die beiden Vorbrücken an der Reihe. Eine alte Gewölbebrücke wird mit Flüssigbeton verfüllt und zugemauert, weil eine Sanierung deutlich teurer wäre.
Bahnverkehr wird nachts immer wieder unterbrochen
Unter der Brücke verlaufen Gleise in Richtung Düsseldorf und Mönchengladbach sowie internationale Verbindungen nach Lüttich, Brüssel und Paris. Deshalb kommt es während der Bauarbeiten immer wieder zu Sperrungen.
Zu Beginn sind zwischen dem 25. Oktober und dem 10. Dezember 2027 sieben nächtliche Totalsperrungen geplant. Die Gleise werden dabei jeweils von Montag bis Freitag zwischen 21 und 5 Uhr gesperrt. Die Termine sind:
- 25. bis 29. Oktober
- 1. bis 5. November
- 8. bis 12. November
- 15. bis 19. November
- 22. bis 26. November
- 29. November bis 3. Dezember
- 6. bis 10. Dezember
Weitere Sperrungen an Wochenenden sind geplant. Gegen Ende der Bauarbeiten wird es außerdem eine längere Sperrung geben, damit die Brücke wieder abgesenkt werden kann. Ob die Deutsche Bahn Ersatzbusse einsetzt, ist noch offen.
Diese Umleitungen sind geplant
Der Verkehr wird über die Kasinostraße, Kurbrunnenstraße, Römerstraße und Zollamtstraße umgeleitet. Aus Richtung Innenstadt führt die Umleitung über die Lagerhausstraße, Römerstraße, Kurbrunnenstraße und Kasinostraße.
Fußgänger werden über die Kasinostraße, Hackländerstraße und Zollamtstraße geführt. Die Stadt prüft außerdem, ob die Bahnunterführung wieder hergerichtet werden kann.
Für den Busverkehr hat die Sperrung keine direkten Auswirkungen, da keine Buslinie über die Brücke fährt. Fahrgäste können weiterhin andere Linien nutzen, um zwischen dem oberen und unteren Ende der Burtscheider Straße zu fahren.

