
"SafeSky" für sicheren Luftverkehr
Wissenschaftler der FH Aachen entwickeln aktuell mit verschiedenen Partnern das Projekt "SafeSky", das für einen sicheren Luftverkehr sorgen soll.
Denn die Überwachung und Koordination im Luftraum wird immer komplexer - über uns sind Passagier- und Frachtflugzeuge, Militärmaschinen, Hubschrauber, Segelflieger und Heißluftballone sowie künftig auch Transportdrohnen und Lufttaxis unterwegs.
„SafeSky“ soll alle verfügbaren Daten für die Teilnehmer am Luftverkehr bündeln. Als Modellregion zur Erprobung des neuen Systems haben die Projektverantwortlichen die Braunkohleregion zwischen Aachen und Jülich ausgewählt.
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von über 1,9 Millionen Euro und wird zu knapp 80 Prozent vom Bund gefördert.
Derzeit werden zur Luftverkehrsüberwachung noch unterschiedliche Systeme genutzt, die nicht miteinander kompatibel sind. Georg Ziegler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik der FH Aachen, sagt: „Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, Luftverkehr für alle sicherer zu machen.“ Koordiniert wird das Projekt durch die GNS-Electronics GmbH mit Sitz in Würselen, Partner ist die Garrecht Avionik GmbH aus Bingen.
„Derzeit werden der Flugsicherung und den Besatzungen der Luftfahrzeuge flugsicherheitsrelevante Informationen technologisch vorenthalten“, betont Georg Ziegler. Gefährliche Annäherungen zwischen Luftfahrzeugen, die in besonders schwerwiegenden Fällen Kollisionen in der Luft zur Folge haben können, werden schon heute regelmäßig dokumentiert. Ein Anstieg der Luftverkehrsleistungen sowie das Aufkommen neuartiger Luftfahrzeuge – etwa Transportdrohnen oder Lufttaxis – werde zu weiteren Herausforderungen in der Steuerung der Verkehre führen.
Der wissenschaftliche Reiz des Projekts liege darin, Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen und zu synchronisieren. Wenn das gelingt, soll das so erzeugte Luftlagebild den Luftverkehrsteilnehmen in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden.
Stefan Langguth, Projektleiter der GNS-Electronics GmbH, erklärt: „Im Projekt SafeSky wird der Prototyp eines bordseitigen Empfangsmoduls entwickelt, mit dem das bodenseitig ausgestrahlte Luftlagebild kostengünstig und effizient empfangen werden kann. Die Attraktivität eines Kollisionsvermeidungssystems wird maßgeblich durch flächendeckende Verfügbarkeit, Systemkosten sowie die Zukunftskompatibilität beeinflusst - diese Faktoren stehen im Fokus des SafeSky-Projekts.”
Als Modellregion zur Erprobung des neuen Systems haben die Projektverantwortlichen die Braunkohleregion zwischen Aachen und Jülich ausgewählt. „Wir haben hier eine ganze Reihe von unterschiedlichen Luftverkehrsarten und Lufträumen“, so Ziegler weiter. Er verweist auf die internationalen Flughäfen in Köln, Düsseldorf, Weeze, Maastricht, Lüttich, Eindhoven und Charleroi, aber auch auf die Fliegerhorste in Geilenkirchen-Teveren und Nörvenich sowie auf den Forschungsflugplatz Aachen-Merzbrück, wo Wissenschaftler neue Ansätze für innovativen Luftverkehr testen wollen.
Dass das SafeSky-Projekt auf großes Interesse in der Branche stößt, zeigt die Liste der Institutionen, die im Rahmen eines Beratungsgremiums mitarbeiten wollen. Unter anderem sind ADAC Luftrettung, der Deutsche AeroClub, AOPA Germany, die Bundespolizei Fliegergruppe und der Forschungsflugplatz Aachen-Merzbrück dort vertreten.
Veröffentlicht: Dienstag, 10.01.2023 09:23