
RWTH-Prof zu US-Wahl: Unruhen bei Harris-Sieg möglich
Veröffentlicht: Freitag, 04.10.2024 09:38
Vor der Präsidentenwahl in den USA im November sind die Lager sehr festgefahren, sagt RWTH-Aachen-Politikwissenschaftler Jared Sonnicksen.
Die Chancen für Ex-Präsident Trump stünden ebenso gut wie 2016, schätzt er.
Trump könne lügen und politische Gegner verunglimpfen und sei trotzdem beliebt. Das sei deshalb möglich, weil die seine Partei hinter ihm stehe, so Sonnicksen. Der Republikaner profitiere von der Unzufriedenheit vieler Amis, die die aktuelle Regierung unter anderem für Inflation und steigende Energiekosten verantwortlich machen.
Falls aber die Demokratin Kamala Harris die Wahl gewinne, müsse man mit Turbulenzen rechnen. Der Sturm auf das Kapitol von 2021 könnte sich wiederholen. Denn es sei fraglich, ob Trump eine Niederlage akzeptiert.
Harris könnte als erste Frau, die zudem einen doppelten Migrationshintergrund hat, das Amt der US-Präsidentin bekleiden. „Das hätte eine große symbolische Wirkung und wäre ein starkes Signal für viele Menschen“, betont Sonnicksen.
Aus dem TV-Duell Mitte September kann Sonnicksen wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die Bedeutung für die Präsidentschaftskandidatin ableiten: „Die Debatte war für Harris wichtiger als für Trump. Sie konnte ihre Bekanntheit erhöhen und ihre politischen Inhalte vorstellen.“ Mit dem Kandidatenwechsel von Joe Biden zu Kamala Harris sei innerhalb der Partei ein Stimmungswechsel zu beobachten gewesen. „Die Stimmung bei den Demokraten war nach dem Kandidatenwechsel geradezu elektrisiert.“
RTWH-Prof Sonnicksen zur US-Präsidenten-Wahl