
Rheinisches Revier: 6.000 Arbeitsplätze entstehen
Veröffentlicht: Montag, 04.01.2021 13:54
Im Rheinischen Braunkohle-Revier sollen im Rahmen der Umstrukturierung bis Ende dieses Jahrzehnts dauerhaft über 6.000 neue Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen entstehen.
Laut dem Land NRW ist jetzt zum Jahresende der erste Block im RWE-Kraftwerk Bergheim-Niederaußem planmäßig stillgelegt worden.
Wirtschaftsminister Pinkwart sagt, dass in der Braunkohlewirtschaft schon in den nächsten Jahren ein Drittel der direkt betroffenen 9.000 Arbeitsplätze verloren geht und man für die Betroffenen gute Rahmenbedingungen für sozialverträgliche Lösungen gefunden habe.
In die Umstrukturierung hat die Bundesregierung rund 15 Milliarden Euro investiert. Damit will man dem Rheinischen Revier eine nachhaltige Perspektive verschaffen und es zu einer Modellregion für die klimaneutrale Industrie machen.
Fünf erste Zukunftsprojekte, davon drei mit Aachener Beteiligung, stehen laut Pinkwart schon kurz vor der Antragstellung für eine Förderung.
Die ersten fünf Zukunftsprojekte im Überblick:
* Mit dem Aufbau des Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastruktur und Geothermie IEG an den Standorten Aachen und Weisweiler werden optimale Rahmenbedingungen geschaffen, um im Rheinischen Revier das Potenzial zur Nutzung der Tiefenwärme im Fernwärmenetz zu erkunden und in die Umsetzung zu bringen.
* Die DLR-Forschungseinrichtung „Technologien für Kleinflugzeuge“ am Standort Aachen wird im Rheinischen Revier mit dem Ziel der vollumfänglichen Praxistauglichkeit die Themen elektrisches Fliegen und Urban Air Mobility, also Luftfahrzeuge für den Nahverkehr, erforschen. Damit werden Zukunftsperspektiven für den Mobilitäts- und Luftfahrtstandort Rheinisches Revier geschaffen.
* Mit dem Aufbau eines Hubs für Digitale Geschäftsmodelle mit dem Starterbaustein Reallabor Blockchain wird die Blockchain-Technologie im Rheinischen Revier etabliert und die Ansiedlung innovativer Start-ups gefördert. Unternehmen werden zudem bei der digitalen Transformation unterstützt. In Praxisprojekten erarbeiten die Partner in enger Kooperation mit der Industrie technische Lösungen und bringen sie zur Anwendung. Die Koordinierungsstelle soll in Hürth entstehen.
* Im Projekt NEUROTEC II intensivieren die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich ihre Forschung an neuromorphen Rechnern, die in ihrer Funktionsweise dem menschlichen Gehirn nachempfunden sind. Die Technologie ermöglicht die Handhabung großer Datenmengen und damit signifikante Fortschritte in den Bereichen künstliche Intelligenz und Internet der Dinge. Somit ergeben sich Möglichkeiten für neue Lösungen und Geschäftsmodelle etwa beim autonomen Fahren, in der Industrie 4.0 oder im smart home, die als Wachstumstreiber für Wertschöpfung und Beschäftigung sorgen.
* Mit dem Ausbau des Ernst Ruska-Centrums für Mikroskopie und Spektroskopie am Forschungszentrum Jülich werden neuartige Geräte und Analysemethoden im Bereich der Elektronenmikroskopie eingesetzt, um den Aufbau von Stoffen auf molekularer oder atomarer Ebene zu untersuchen. Auf diese Weise können in Zusammenarbeit mit der Industrie elementare Funktionen von neuen Werkstoffen auf ihre Anwendbarkeit in der Energiewandlung und -speicherung oder Medikamente für die Behandlung von Krankheiten untersucht und in neue Geschäftsmodelle überführt werden.
Stilllegungspfad Braunkohle:
Neben Block D in Niederaußem (31.12.2020) gehen bis Ende 2022 der Block C (Niederaußem), vier Blöcke des Kraftwerks Neurath sowie ein Block in Weisweiler vom Netz. Bis Ende 2025 übernimmt Nordrhein-Westfalen 100 Prozent der zu reduzierenden Kapazitäten, bis einschließlich 2029 rund 70 Prozent.