
Gegen Alemannia Aachen hat der DFB eine Rekordstrafe verhängt wegen Pyro-Aktivitäten im Fanblock beim Spiel gegen Hansa Rostock im März (Foto), meldet die Aachener Zeitung (AZ).
Über 79.000 Euro muss der Club vom Tivoli zahlen, sei aus DFB-Kreisen verlautet.
Die Vergehen: 162 Bengalos, Rauchtöpfe und Batterien sowie eine Spielverzögerung von mehr als einer Minute. Der Verein hat laut dem Artikel die höchste Strafe jemals gegen die Alemannia akzeptiert. Als Verursachergruppe gilt die "Karlsbande", heißt es.
Aachens neuer Präsident Björn Jansen, zur AZ: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Strafen nur den Verband reicher machen, aber nicht die Aktionen verhindern. Das ist schon eine traurige Summe. Fans, die angeblich ihren Verein unterstützen wollen, schaden ihm nachhaltig. Mit dem Geld hätte sich auch ein Spieler finanzieren lassen.“
Falls man einzelne Verursacher identifiziert, will man die Kosten weitergeben.
Alemannias Veranstaltungsleiter Fadi Fattouh habe beim DFB aber erreichen können, dass ein Drittel der Summe für präventive Maßnahmen eingesetzt werden könne. Im konkreten Fall würden etwa 26.000 Euro zur Anschaffung von umklappbaren "Vario-Sitzen" im gegnerischen Fanblock verwendet. So will man verhindern, dass auswärtige Fans die Sitzflächen heraustreten und sie auch als Wurfgegenstand nutzen, wie in der letzten Saison teilweise geschehen.
Außerdem berichtet das Blatt, dass eine konkrete Anzeige gegen Aachener Ultras, die im Stadionrundlauf ihre Merchandisingartikel verkaufen, bei der Staatsanwaltschaft eingegangen ist. Damit dulde die Alemannia Erwerbs- und Steuerbetrug. Vor ein paar Tagen habe der Club auch eine neue Stadionordnung veröffentlicht, aus der hervorgehe, dass solcher Verkauf der schriftlichen Zusage der Alemannia bedürfe.