
Mitarbeiter fördern anstatt sie in Kurzarbeit zu schicken - das fordern jetzt die IHK Aachen und die Arbeitsagentur Aachen-Düren in einem gemeinsamen Appell an die Arbeitgeber.
Im Zuge der Corona-Pandemie schicken viele Firmen ihre Belegschaft komplett oder teilweise in Kurzarbeit. Dabei könnte sich eine Qualifizierung der Mitarbeiter durch das neue Instrument der Teilqualifizierung auch finanziell rechnen.
Ein Aspekt des sogenannten 'Arbeit-von-morgen-Gesetzes' sei nämlich neben dem erleichterten Zugang zu Kurzarbeitergeld auch die Förderung von Weiterbildung. Dabei sei eine Erstattung von bis zu 80 Prozent der Lohnkosten und die Übernahme der Qualifizierungskosten durch die Arbeitsagentur möglich.
„Berufliche Teilqualifizierungen sind ein guter Weg für Betriebe, ihre Mitarbeiter systematisch in Richtung Fachkraft zu entwickeln“, sagt Doris Schillings, Geschäftsführerin bei der Arbeitsagentur. „Es mangelt nach wie vor an Fachkräften – was liegt da näher, als auf die eigenen Mitarbeitenden zu setzen und sie zum Berufsabschluss zu führen? Wir beraten und fördern Betriebe gern – dies bauen wir weiter aus.“
Die IHK Aachen hat schon im Januar zusammen mit Weiterbildungsträgern aus der Region die Initiative für Fachkräftesicherung ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Mehr Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Die Initiative will durch Teilqualifizierungen sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmern oder Arbeitssuchenden neue Chancen ermöglichen.
Die Angebote richten sich an un- und angelernte Menschen, die älter als 25 Jahre sind und für die eine herkömmliche Berufsausbildung derzeit nicht infrage kommt. Dazu zählen beispielsweise Beschäftigte, denen Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit droht, aber auch Berufsrückkehrer oder Geflüchtete, die Qualifikationen nachholen möchten.
Im Rahmen einer Teilqualifizierung können Teilnehmer Kompetenzen und Qualifikationen eines Berufsbildes in Modulen erwerben oder auffrischen. Nach ihrer Kompetenzfeststellung schließen sie mit einem bundesweit einheitlichen IHK-Zertifikat ab. Wenn sie alle Module erfolgreich absolvieren, können die Teilnehmer zur Prüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zugelassen werden. Die Agentur für Arbeit begrüßt diese Initiative.
Die IHK Aachen berät unter Mitwirkung der Arbeitsagentur interessierte Unternehmen zum Thema Teilqualifizierung, unterstützt bei der Erarbeitung individueller Modelle, gibt Hinweise auf Fördermöglichkeiten und vermittelt den Kontakt zu Weiterbildungsträgern in der Region. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.aachen.ihk.de/tq oder bei IHK-Mitarbeiter Frank Finke, Telefon: 0241 4460-139, E-Mail: frank.finke@aachen.ihk.de.
