
Prozess um Schießerei wird neu verhandelt
Am Aachener Landgericht wird ab Montag (16.11.20) nochmal der Fall um die tödliche Schießerei in Würselen vor fünf Jahren neu aufgerollt.
Im Mai 2015 ist ein 18-Jähriger an der ehemaligen Gaststätte "Würselener Stübchen" erschossen worden. Ihn traf eine Kugel am Kopf. Ein weiterer Mann wurde verletzt. Bei der Schießerei soll es um Streitigkeiten unter Rockern gegangen sein. Das Opfer war Mitglied der Hells Angels.
Zwei Angeklagte sind damals freigesprochen worden. Das Aachener Landgericht hat die beiden Angeklagten zunächst frei gesprochen, darunter auch den Hauptangeklagten, der den tödlichen Schuss abgegeben hat. Sie hätten aus Notwehr gehandelt, so das Gericht damals.
2017 ist der Fall dann vorm Bundesgerichtshof neu verhandelt worden, weil Staatsanwaltschaft und Nebenkläger Berufung eingelegt haben. Daraufhin hat der BGH beschlossen, dass der Freispruch des Mitangeklagten rechtskräftig ist - aber der Freispruch des Hauptangeklagten neu verhandelt werden müsse.
Insgesamt hat der damals 27-Jährige drei Schüsse abgegeben. Jetzt soll geprüft werden, ob es wirklich noch Notwehr gewesen ist oder doch eine Tötung.
Mit einem Urteil ist voraussichtlich Ende des Jahres oder Anfang 2021 zu rechnen.
Veröffentlicht: Montag, 16.11.2020 06:02