
Proteste gegen Abriss von Lützerath
(Update)
In Erkelenz-Lützerath in der Nähe des Tagebaus Garzweiler haben am Montag rund 50 Klimaaktivisten gegen den Abriss von leerstehenden, ehemaligen Wohnhäusern protestiert.
Laut der Aachener Polizei haben sie sich unter anderem vor einen anfahrenden Tieflader gesetzt und sind weggetragen worden. Eine vor Ort von Aktivisten als Gottesdienst deklarierte Kundgebung sei ohne Störungen verlaufen. Die Polizei ist mit einer Hundertschaft im Einsatz, die Aktionen seien "in der Gesamtheit betrachtet" freidlich verlaufen, heißt es.
Lützerath ist eins der insgesamt sechs Dörfer, die dem von RWE Power betriebenen Braunkohletagebau noch weichen sollen.
Gleichzeitig haben Klimaschützer wegen der Abriss-Arbeiten den neuen CDU-Chef und NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet kritisiert. Laschet lasse "Dörfer für den Klimakiller Braunkohle zerstören", so Greenpeace. Unterstützung bekommen die Aktivisten auch von der grünen Bundestagsfraktion.
Bis zum Ausstieg aus der Braunkohleförderung im Jahr 2038 sollen nach den Plänen der NRW-Landesregierung noch weitere fünf Ortschaften verschwinden.
Auch in den kommenden Tagen wird die Polizei die Arbeiten von RWE begleiten und gegebenfalls nicht genehmigte Ansammlungen auflösen. Die Polizisten müssen dort tätig werden, wo sich Personen, ob bewusst oder auch unbewusst, einer Gefahr aussetzen oder auch gegen das Versammlungsgesetz verstoßen. Außerdem werde man dem gesetzlichen Auftrag nachkommen und Straftaten verhindern und wenn nötig, konsequent verfolgen, so die Aachener Polizei. Im Vorfeld angemeldete Versammlungen will sie im Rahmen des Versammlungs- und Demonstrationsrechtes schützen.
Veröffentlicht: Montag, 18.01.2021 10:11