
Pflegekammer NRW: Aachen droht massiver Pflegemangel
Veröffentlicht: Dienstag, 09.12.2025 09:43
In Aachen droht ein massiver Versorgungsmangel in der stationären Langzeitpflege.
Nach neuen Daten der Pflegekammer NRW gehen in den nächsten Jahren vier von zehn Pflegefachkräften in Rente, während kaum Nachwuchs nachkommt. Besonders betroffen sind Alten- und Pflegeheime.
Die Pflegekammer fordert die Politik auf, dringend gegenzusteuern und die Pflegeinfrastruktur vor Ort zu stärken.
„Die Pflegekammer NRW ist die Interessensvertretung für die beruflich Pflegenden und trägt Verantwortung für die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen pflegerischen Versorgung. Angesichts der Herausforderungen in der pflegerischen Infrastruktur setzen wir uns dafür ein, dass regionale Gremien mit Vertreter*innen der Pflege besetzt werden, um die Belange der Praxis direkt einzubringen“, erklärt die Präsidentin der Pflegekammer NRW, Sandra Postel. „Einen weiteren Schwerpunkt sehen wir in der Förderung der Quartierspflege, die Angehörige, Nachbarn und Freunde in die Pflege vor Ort einbindet. Zudem sehen wir die Notwendigkeit in der Stärkung der ambulanten Versorgung, um eine wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten“, so Postel.
Die Zahlen im Überblick
- In Aachen gehen in den nächsten Jahren vier von zehn Pflegefachkräften in der stationären Langzeitpflege in Rente.
- Nur 13 Prozent der Pflegefachkräfte in Aachen sind zwischen 19 und 30 Jahre alt (Berufseinsteiger).
- 35 Prozent der Pflegefachkräfte in Aachen sind 55 Jahre oder älter und erreichen bald das Rentenalter.
- In Aachen sind etwa 34 Prozent der Gesamtbevölkerung 55 Jahre oder älter.
- In Nordrhein-Westfalen gab es 2023 rund 1,38 Millionen Pflegeversicherungs-Empfänger*innen. Fast 8 Prozent der Gesamtbevölkerung.
- Zum Vergleich: In Bayern liegt der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung bei etwa 4 Prozent.
- Seit 2021 ist die Zahl der Pflegeversicherten in NRW um 16 Prozent gestiegen, seit 2013 sogar um 137 Prozent.