
Mit dem NRW-Innovationspreis 2026 hat Wirtschaftsministerin Neubaur am Donnerstagabend drei Frauen geehrt - und zwei der Preisträgerinnen kommen aus Aachen.
Dr. Elma Kerz von der Exaia Technologies GmbH hat eine KI-Plattform für digitale Sprachbiomarker entwickelt, die Hirnerkrankungen früher erkennen lässt.
Linda Lingenauber von RecyCoal stellt aus Ernteresten Pflanzenkohle her, um Böden zu verbessern - das ist schon in Ruanda und Tansania im Einsatz.
Die dritte Preisträgerin, Christine Batsch aus Meckenheim, recycelt Lösemittel direkt am Produktionsstandort.
Alle Geehrten erhalten jeweils 40.000 Euro Preisgeld.
Für Publikumspreise wurden außerdem die Herzogenratherin Laura Johnen für ihre materialsparende 3D-Druck-Software und die Aachenerin Regina Palkovits für ein Biomasse-Umwandlungsverfahren nominiert.
Alle Geehrten beim NRW-Innovationspreis 2026:
NRW-Innovationspreise:
- Kategorie „innovation“ (Preisgeld 40.000 Euro): Dr. Elma Kerz (Geschäftsführerin der Exaia Technologies GmbH, Aachen) hat gemeinsam mit ihrem Team „Noesais“ eine KI-gestützte und datenschutzkonforme Plattform für digitale Sprachbiomarker entwickelt. Noesais analysiert Sprachaufnahmen, um Rückschlüsse auf den kognitiven, emotionalen und psychischen Zustand einer Person zu ziehen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, individuelle Verläufe kontinuierlich zu monitoren und so eine personalisierte Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.
- Kategorie „innovation4people“ (Preisgeld 40.000 Euro): Linda Lingenauber (Geschäftsführerin der RecyCoal GmbH, Aachen) baut internationale Projekte auf, in denen aus Ernteresten mit dezentralen Pyrolysesystemen Pflanzenkohle hergestellt wird. Diese wird auf landwirtschaftlichen Flächen zur Bodenverbesserung eingesetzt und speichert langfristig CO2. Davon profitieren bereits Landwirtinnen und Landwirte in Ruanda sowie Kaffeefarmen in Tansania. Aktuell baut RecyCoal ein CO2-Zertifikatesystem entlang der Kaffee-Lieferkette auf.
- Kategorie „innovation2business“ (Preisgeld 40.000 Euro): Christine Batsch (Geschäftsführerin der Ch.Batsch Verfahrenstechnik GmbH, Meckenheim) entwickelt und betreibt patentierte Vakuumdestillationsanlagen zur industriellen Lösungsmittelaufbereitung. Verschmutzte Lösungsmittel werden am Produktionsstandort recycelt und in den Prozess zurückgeführt. Das Geschäftsmodell „Recycling as a Service“ ermöglicht Unternehmen die Nutzung der Technologie ohne eigene Investition und Betriebskompetenz – inklusive Wartung, Reinigung und digitalem Monitoring.
Für den Publikumspreis „innovation4transformation“ (Preisgeld 15.000 Euro) sind nominiert:
- Prof. Dr. Regina Palkovits (Lehrstuhlinhaberin an der RWTH Aachen und Institutsleiterin am Forschungszentrum Jülich, Aachen und Jülich) hat ein innovatives katalytisches Verfahren entwickelt, das Biomasse effizient in hochwertige Bausteine für biobasierte Kunststoffe umwandelt. Mit dem Verfahren lassen sich nachwachsende Rohstoffe mit grünem Strom in hochwertige chemische Komponenten überführen – darunter auch Moleküle, die bislang nicht zugänglich waren.
- Dr.-Ing. Laura Johnen (Geschäftsführerin der Layer Performance GmbH, Herzogenrath) hat eine Software entwickelt, die vollautomatisiert 3D-optimierte Druckbahnen erzeugt. Sie ermöglicht, je nach Anwendung, bis zu 90 % weniger Materialverbrauch, 96 % weniger Energieeinsatz und eine zehnfach schnellere Fertigung bei höherer Qualität. Zudem ist sie maschinen- und materialunabhängig.
- Dr. Katharina von Stauffenberg (Geschäftsführerin von comuneo, Münster) hat ein "Wirkungs-Betriebssystem" für den öffentlichen Sektor entwickelt. Es verbindet Aufgaben, Ziele und Haushaltsdaten und liefert Informationen, die bisher fehlen: welche Veränderungen aus Vorhaben resultieren. Ziel soll ein wirkungsorientierter Haushalt sein, in dem Mittel über ihre Wirkung begründet werden, damit Haushaltsmittel effizient eingesetzt und nachvollziehbare Entscheidungen getroffen werden können.

