
Noch viele Ausbildungsstellen unbesetzt
Die Firmen suchen Nachwuchs - und aktuell sind in der StädteRegion Aachen von den insgesamt rund 3.900 Ausbildungsstellen 1.350 noch nicht vergeben.
Die Zahlen meldet die Gewerkschaft IG BAU unter Berufung auf die Arbeitsagentur. Sie ruft Berufsstarter dazu auf, sich insbesondere in der Baubranche umzusehen, und warnt gleichzeitig vor einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels.
Bau-Azubis stehen im Branchenvergleich in puncto Bezahlung an der Spitze (laut einer Untersuchung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Ein angehender Maurer kommt im ersten Ausbildungsjahr auf 890 Euro pro Monat, im zweiten Jahr auf 1.230 Euro und im dritten Jahr sind es 1.495 Euro. Danach können es die Beschäftigten mit dem Gesellenbrief in der Tasche bis zum Polier oder Bauleiter bringen.
Viele Fachleute würden allerdings nach der Ausbildung ihren Baubetrieb wieder verlassen - vor allem wegen harter Arbeitsbedingungen und den oft langen, aber unbezahlten Fahrzeiten zu den Baustellen. Deswegen komme es außerdem darauf an, den Bau auch nach der Ausbildung attraktiver zu machen. Gerade die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei wichtig, so Carsten Burckhardt vom IG BAU-Bundesvorstand.
In der laufenden Tarifrunde fordert die Gewerkschaft deswegen für ihre Branche eine Entschädigung der Wegezeiten, 5,3 Prozent mehr Einkommen und den Angleich der Ost- an die Westlöhne. Die Arbeitgeber hätten in den Tarifverhandlungen bis Ende September die Chance, die Branche für die Zukunft aufzustellen. Ohne höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen werde es kaum gelingen, die enorme Nachfrage nach neuen Wohnungen, sanierten Straßen und energetischen Gebäudesanierungen in den kommenden Jahren zu bewältigen, so Burckhardt weiter.
Informationen rund um die Bau-Ausbildung und freie Plätze vor Ort gibt es bei den Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) online HIER.
Veröffentlicht: Donnerstag, 19.08.2021 08:42