
NGG: Nächste Regierung muss für weniger Befristung sorgen
Über die Hälfte, nämlich 51 %, aller neuen Arbeitsverträge hier in der StädteRegion sind befristete Stellen.
Darauf macht die Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) aufmerksam und beruft sich auf Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.
Befristete Jobs seien besonders stark im Lebensmittelhandwerk und im Gastgewerbe sowie in der Ernährungsindustrie verbreitet und könnten gerade für jüngere Beschäftigte zur Falle werden, so die NGG. Denn wer nur eine Stelle auf Zeit habe, bekomme nur schwer eine Wohnung oder einen Kredit - und auch die Familienplanung werde erschwert. Die nächste Bundesregierung müsse das Problem dringend in den Griff kriegen und Befristungen ohne einen sogenannten Sachgrund eindämmen. Als Sachgründe gelten zum Beispiel eine Elternzeitvertretung oder eine Probezeit.
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind letztes Jahr im Nahrungs- und Genussmittelgewerbe bundesweit sogar 56 Prozent aller Neueinstellungen befristet gewesen.
Wichtig sei auch, dass die kommende Bundesregierung die Tarifbindung stärke. Laut IAB haben im letzten Jahr nur 45 Prozent aller westdeutschen Beschäftigten nach einem Branchentarifvertrag gearbeitet - 2000 waren es noch 63 Prozent.
Außerdem fordert die Gewerkschaft NGG, die Lasten der Corona-Krise gerecht zu verteilen. Es könne nicht sein, dass einzelne Unternehmen Dividende an ihre Aktionäre ausschütten, nachdem sie vom Staat großzügig mit dem Kurzarbeitergeld unterstützt wurden.
All diese Aspekte sollten Beschäftigte nach Ansicht der Gewerkschaft bei der anstehenden Bundestagswahl berücksichtigen. Unter dem Motto „Du hast die Wahl“ hat die NGG zentrale Forderungen zusammengetragen – den „Wahl-Check“ gibt es online HIER.
Veröffentlicht: Dienstag, 31.08.2021 09:03