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NGG: Lebensmittelindustrie am Limit
© NGG Aachen
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NGG: Lebensmittelindustrie am Limit

Die rund 5.700 Menschen, die in der Städteregion Aachen in der Lebensmittelindustrie tätig sind, arbeiten aktuell in der Coronavirus-Pandemie am Limit.

Laut der Gewerkschaft NGG in Aachen sind Überstunden und Extra-Schichten bei Aldi, Lidl, Rewe, Edeka & Co. seit Wochen an der Tagesordnung.

Scharfe Kritik übt die NGG vor allem an den Vorgaben von Supermarktketten. Die Konzerne forderten von den Herstellern einerseits, in der Krise noch schneller und noch mehr zu produzieren. Andererseits wollen sie die Preise drücken. Das gehe letztlich auf Kosten der Mitarbeiter, die ohnehin unter Volllast arbeiten, so die Gewerkschaft.

Die NGG warnt vor geplanten einschneidenden Eingriffen in das Arbeitszeitgesetz. Corona dürfe nicht dafür herhalten, die Höchstgrenzen bei der Arbeitszeit auszuhebeln. In Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen gebe es in der Lebensmittelindustrie längst die nötige Flexibilität, um Hochphasen zu stemmen.

Gesetzliche Standards seien wichtig. Sonst leide am Ende die Gesundheit der Beschäftigten. Wer eine 12-Stunden-Schicht in der Backwarenindustrie hinter sich habe, bei dem steige auch die Unfallgefahr. Das derzeit gültige Arbeitszeitgesetz setze ein klares Limit: nicht mehr als zehn Stunden am Tag und nicht mehr als 60 Stunden pro Woche.

Auch der richtige Arbeitsschutz sei mit Blick auf den laufenden Hochbetrieb in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk „extrem ernst“ zu nehmen. Die Firmen müssten dafür sorgen, dass genug Schutzkleidung da ist und die Abstandsregeln – etwa an Produktionsstraßen – eingehalten werden. Der Schutz vor Infektionen habe höchste Priorität, findet die NGG.

Beschäftigte, die Missstände beobachten oder unter Überlastung leiden, sollen sich an die Gewerkschaft oder den Betriebsrat wenden. Umfassende Arbeitnehmer-Infos zur Coronavirus-Pandemie – von der notwendigen Vorsorge am Arbeitsplatz durch die Arbeitgeber über die Kinderbetreuung und wichtige Azubi-Fragen bis hin zu Fieberkontrollen am Werkstor – hat die NGG HIER online gestellt.

Mit einer digitalen Demonstration unter dem Motto #GesichterDerKrise gibt die NGG betroffenen Beschäftigten zudem die Möglichkeit, auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Veröffentlicht: Mittwoch, 01.04.2020 08:52

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