
NGG: Klare Regeln fürs HomeOffice!
Klare Regeln bei der Heimarbeit im HomeOffice fordert jetzt die Gewerkschaft NGG von der neuen Bundesregierung.
Sie vertritt hier bei uns die rund 5.500 Beschäftigten in der Ernährungsindustrie, bei denen in Verwaltung und Logistik seit dem Frühjahr letzten Jahres das Homeoffice erprobt worden ist. Aber auch im Außendienst und in Teilen der Produktion habe sich die Heimarbeit mittlerweile etabliert, sagt die Gewerkschaft.
Entscheidend sei, dass das Homeoffice für Beschäftigte freiwillig bleibe und dass Menschen keine Nachteile entstehen dürfen, wenn sie nicht zuhause arbeiten könnten – oder zurück in den Betrieb wollten. Die Arbeitszeiten müssten auch am heimischen Schreibtisch dokumentiert werden. Homeoffice brauche Grenzen und dürfe nicht dazu führen, dass Beschäftigte rund um die Uhr für den Chef erreichbar sind.
Betriebsräte und Gewerkschaft sollten beim Homeoffice stärker mitreden – etwa bei der technischen Ausstattung des heimischen Büros oder bei der Online-Wahl von Arbeitnehmervertretern. Außerdem könne es nicht sein, dass Beschäftigte auf den Kosten für das dienstlich genutzte Telefon sitzen blieben oder bei einem fehlenden Arbeitszimmer den Küchentisch als Schreibtisch nutzen müssten, kritisiert die NGG. Die Unternehmen würden teilweise enorme Summen einsparen, während Heimarbeitende mit ihren Problemen oft allein gelassen würden.
Die von der letzten Bundesregierung geschaffene steuerliche Absetzbarkeit beim Homeoffice sei mit 600 Euro pro Jahr deutlich zu niedrig. Unterm Strich bringe das einem Großteil der Beschäftigten keine spürbare Entlastung.
Laut einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) aus dem vergangenen Jahr liege beim Zuhause-Arbeiten noch etliches im Argen. So haben 29 Prozent der Befragten im Homeoffice angegeben, häufig außerhalb ihrer Arbeitszeit unbezahlt für die Firma zu arbeiten. Unter allen Beschäftigten waren es nur 13 Prozent. Fast jeder zweite Heimarbeiter berichtete, auch in der arbeitsfreien Zeit nicht richtig „abschalten“ zu können. Gleichzeitig erklärten 85 Prozent der Homeoffice-Befragten, ihre Arbeitszeit selbstständig planen zu können – bei Beschäftigten mit einem festen Arbeitsplatz waren es nur 65 Prozent. Unter den Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten wollen, gaben 73 Prozent fehlende Arbeitsmittel als Hemmnis an. Fast zwei Drittel befürchten eine Vermischung von Arbeits- und Privatleben. Weitere Infos zu der Umfrage findet Ihr HIER.
Veröffentlicht: Montag, 25.10.2021 08:44