
NGG für mehr "Lohn-Fair-Play"
Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt in Aachen und der Region benachteiligt, kritisiert die Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten).
Sie fordert mehr "Lohn-Fair-Play" und weist darauf hin, 71 Prozent der rund 70.900 Teilzeit-Jobs hier bei uns mit Frauen besetzt sind - in der Nahrungsmittelindustrie liegt der Anteil sogar bei 82 Prozent. Ähnlich sieht es den 520-Euro-Jobs aus - da besetzen Frauen die rund 59.000 Mini-Jobs in der Städteregion Aachen werden zu 54 Prozent.
Nach Ansicht der NGG handelt es sich um eine "Lohn- und Renten-Falle". Denn Teilzeitarbeit führe immer zu geringerem Lohn und vor allem zu einer kleineren Rente. Hinzu komme, dass Frauen bei vergleichbarer Qualifikation im Bundesdurchschnitt sieben Prozent weniger pro Stunde verdienen als Männer. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis).
Da, wo es einen Betriebsrat gibt, könne der auch die „Lohn-Kommunikation im Unternehmen beleben“. Ansonsten gebe es zwar auch noch einen Rechtsanspruch darauf, zu erfahren, was ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdient. Allerdings gilt das Entgelttransparenzgesetz nur in Betrieben mit mindestens 200 Beschäftigten. Eine Köchin im Restaurant oder eine Verkäuferin in der Bäckerei hätten davon nichts. Deswegen müsse in den Fällen die Bundesregierung dringend nachbessern.
Ziel müsse sein, die Lohnscheren zwischen Männern und Frauen zu schließen. Wie dick die Lohntüte ist, dürfe nicht vom Geschlecht abhängen. Und auch nicht davon, wie gut jemand das Lohnpokern beherrsche.
Veröffentlicht: Montag, 06.03.2023 09:46