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NGG beklagt zu viele Überstunden
© NGG Aachen
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NGG beklagt zu viele Überstunden

Veröffentlicht: Donnerstag, 02.11.2023 10:24

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Letztes Jahr haben die Beschäftigten hier in der StädteRegion Aachen rund 5,56 Millionen Überstunden zusätzlich an ihrem Arbeitsplatz geleistet. 3,04 Millionen Arbeitsstunden davon zum Nulltarif – also ohne Bezahlung, meldet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Aachen unter Bezug auf den „Überstunden-Monitor“ des Pestel-Instituts.

Alle Beschäftigten zusammengenommen haben den Unternehmen in der Städteregion durch unbezahlte Mehrarbeit rund 43,78 Millionen Euro quasi "geschenkt"‘. Und das sei schon äußerst sparsam – nämlich nur auf Mindestlohn-Basis – gerechnet, so die NGG. Außerdem sei der Überstunden-Berg auch ein Gradmesser für den „massiven Fachkräftemangel“.

Allein in Hotels, Restaurants und Gaststätten mussten die Beschäftigten rund 71.000 Überstunden arbeiten - davon 29.000 ohne Bezahlung.

Mit Blick auf die Überstunden warnt die NGG Aachen: Hotellerie und Gastronomie könnten nicht dauerhaft auf die „Goodwill-Überstunden“ ihrer Beschäftigten bauen. Es werde höchste Zeit, das Fachkräfte-Loch zu stopfen, das die Corona-Pandemie noch vergrößert habe. Dazu müssten Hotels und Restaurants aber bereit sein, attraktive Löhne zu bezahlen, heißt es. Konkret peilt die Gewerkschaft dabei für die Zukunft einen „Gastro-Start-Lohn“ von 3.000 Euro brutto pro Monat für alle an, die in der Hotellerie und Gastronomie nach ihrer Ausbildung in einem Vollzeit-Job weiterarbeiten. Nur dann werde es gelingen, junge Menschen für eine Ausbildung im Hotel oder Restaurant zu gewinnen und Gastro-Beschäftigte nach ihrer Ausbildung in der Branche zu halten.

Das Gastgewerbe erlebe gerade einen regelrechten „Fachkräfte-Schwund und Mini-Job-Schub“. Ob in der Küche, im Service, an der Hotelrezeption oder an der Bar: „Die Branche versucht, fehlende Fachkräfte immer häufiger durch angelernte Beschäftigte zu ersetzen“, berichtet Tim Lösch, der Geschäftsführer der NGG Aachen. Mittlerweile seien 56 Prozent der Gastro-Beschäftigten in der Städteregion Mini-Jobber.

Der Fachkräfte-Mangel und eine faire Bezahlung in der Gastronomie, im Lebensmittelhandwerk und in der Ernährungsindustrie werden auch ein Schwerpunktthema auf dem Gewerkschaftstag der NGG Mitte November in Bremen sein, zu dem auch Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet wird.

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