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NGG beklagt Personalmangel
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NGG beklagt Personalmangel

In vielen Aachener Hotels und Pensionen fehlt aktuell das nötige Personal, teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hier bei uns mit.

Demnach werden momentan händeringend Rezeptionistinnen, Köche, Barkeeper sowie Service- und Reinigungskräfte gesucht.

Laut der Bundesagentur für Arbeit hat es Ende Juni im Beherbergungsgewerbe der Städteregion 80 offene Stellen – über dreimal so viele wie vor einem Jahr (2021: 22 offene Stellen). In Folge von Lockdowns und Kurzarbeit hätten etliche Beschäftigte ihre Branche verlassen.

Deswegen komme es jetzt darauf an, Fachleute mit guten Konditionen zu locken, um für die steigende Nachfrage nach Urlaubs- und Geschäftsreisen gewappnet zu sein, so die Gewerkschaft.

Bei der Bezahlung habe sich schon einiges getan: Mit dem neuen Tarifvertrag liegt der Einstiegsverdienst in der Branche in NRW seit Mai bei 12,50 Euro pro Stunde – das sind 28 Prozent mehr als vorher. Fachkräfte kommen jetzt auf einen Stundenlohn von mindestens 13,95 Euro.

Allerdings müssten nach Ansicht der NGG die Firmen auch bei den Arbeitsbedingungen nachlegen. Denn Hotelangestellte arbeiten oft dann, wenn andere frei haben – also nachts, am Wochenende oder an Feiertagen. Weil das zulasten von Familie und Freizeit gehe, sei es wichtig, Arbeitszeiten im Sinne der Beschäftigten zu organisieren. Flexibilität dürfe keine Einbahnstraße nur für Unternehmer sein.

Auch die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes sei wichtig. Ein Herumexperimentieren am Arbeitszeitgesetz, wie es die FDP in den Berliner Koalitionsvertrag hineinverhandelt habe, sei nicht der richtige Weg.

Es komme zusätzlich darauf an, dass die Kunden ebenfalls Verständnis zeigten. Für ein sauberes Hotelzimmer und einen guten Service sollte man bereit sein, etwas mehr auszugeben - das gelte auch im Restaurant. Ein Schnitzel für neun Euro sei heute nicht mehr machbar.

Veröffentlicht: Montag, 04.07.2022 08:16

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