
NGG Aachen befürchtet "Knoten in der Bierleitung"
686.000 Liter Bier sind letztes Jahr hier in der StädteRegion Aachen getrunken worden, im Durchschnitt hat jeder Über-16-Jährige 143 Liter konsumiert.
Diese Zahlen hat jetzt die Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) in Aachen anlässlich der laufenden Tarifverhandlungen der Brauerei-Beschäftigten in NRW vorgelegt.
Die NGG fordert für ein Jahr 430 Euro mehr pro Monat, Azubis sollen 150 Euro mehr bekommen. Das Lohn-Plus müsse für alle gelten – vom Brauer am Sudkessel ebenso wie für die Lebensmitteltechnikerin im Labor, die die Qualitätskontrolle macht. Und für die Kauffrau im Lohnbüro genauso wie für den Lagermitarbeiter im Fasskeller, heißt es.
Die rheinisch-westfälischen Brauereien würden bisher aber deutlich weniger bieten: 2,5 Prozent in diesem Jahr und im nächsten Jahr plus jeweils einer Einmalzahlung von 1.000 Euro. Die Gewerkschaft nennt das eine ‘Bier-Lohn-Light-Lösung‘.
Entsprechend gäre es gerade in den Belegschaften der heimischen Brauereien. Wenn das so weitergehe, habe man bald einen "Knoten in der NRW-Bierleitung".
Erste Warnstreiks hat es schon gegeben, weitere werden folgen, so Aachens NGG-Geschäftsführer Tim Lösch. Er wirft den Brauereien vor, die Beschäftigten „weit unter der Inflationsmarke abspeisen zu wollen“.
Dabei sei der Bierabsatz in Nordrhein-Westfalen mit 21.769.000 Hektolitern im vergangenen Jahr deutlich gestiegen – immerhin um 7,1 Prozent gegenüber 2021. Auch bei den Biermischungen – wie dem Radler – sei der Absatz nach oben gegangen: 1.278.923 Hektoliter waren es 2022 in Nordrhein-Westfalen – und damit 1,2 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr, so die NGG. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Angaben des Statistischen Bundesamts.
Veröffentlicht: Freitag, 24.02.2023 09:24