
Neues Mühlrad für die Welsche Mühle in Haaren
Veröffentlicht: Donnerstag, 22.07.2021 12:18
In Aachen-Haaren hat die Welsche Mühle am Donnerstag ein neues Mühlrad bekommen.
Damit ist das historische Gebäude wieder komplett und die alte Mühle einsatzfähig.
Mit einem Kran hat eine niederländische Spezialfirma das 1,4 Tonnen schwere Mühlrad und die 1,7 Tonnen schwere Welle an Ort und Stelle manövriert. 70.000 Euro hat das Ganze gekostet. Bis zum Wochenende wird alles fertig montiert und dann heißt es an der Welschen Mühle wieder "Wasser marsch!"
„Wir sind froh, mit dem Rad das historische Ensemble der Mühle nun wieder zu komplettieren“, sagt Engelbert Chaumet vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen. Seit 2016 befand sich das alte Mühlrad außer Betrieb. Wasser und Witterung hatten sowohl dem Rad als auch der Welle arg zugesetzt. Das neue Mühlrad hat einen Durchmesser von 3,60 Meter und wiegt 1,4 Tonnen. Der Baumstamm, der für die fünf Meter lange und sogar 1,7 Tonnen schwere Welle benötigt wurde, misst 60 Zentimeter im Durchmesser.
Über eine Pumpe wird das Wasser künftig wieder aus dem Haarbach in den oberen Mühlteich befördert. Von dort läuft es dann tagsüber – in der Nacht bleibt das Mühlrad zum Schutz der Nachtruhe ausgeschaltet – über Zulaufrinne und Rad in den darunter gelegenen Graben und wird von dort zurück in den Haarbach geleitet.
Dem Heimatverein Haaren/Verlautenheide wird in ehrenamtlicher Arbeit in Kürze auch das Mahlwerk im Gebäudeinnern wieder komplett in Schuss bringen. Dann kann man bald auch wieder Mehl in Haaren mahlen. Das soll erstmalig zum Haarener Mühlenfest am 12. September im Rahmen des bundesweiten Tages des offenen Denkmals geschehen.
Die Welsche Mühle, erstmalig im 15. Jahrhundert erwähnt, ist mit ihrer Ostfassade zur Haarbachtalstrasse gelegen. Die Mühle wurde in früherer Zeit allgemein als „die Mühle von Oberhaaren“ bezeichnet. Der Name „Welsche Mühle“ erscheint erstmals im Jahre 1780. Offensichtlich wurde die Mühle nach dem damaligen Eigentümer, dem kaiserlichen Kapitän und Aachener Bürgerhauptmann N.C. Charlier benannt. Wahrscheinlich stammte dieser aus dem französischen Sprachraum, weshalb man ihn wohl „der Welsch“ nannte und diesen Namen auf die Mühle übertrug. Die Mühle wurde vorrangig zum Getreidemahlen benutzt. Es befinden sich zwei Mahlstühle in der Mühle, wobei der eine zum Mahlen von Roggen, der andere zum Mahlen von Weizen gedient hat. Betrieben wurde die „Welsche Mühle“ noch bis in das Jahr 1961 hinein. Die beliebte Mühle steht Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Firmen als Tagungsstätte für Seminare oder für Festlichkeiten, zum Beispiel Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten, zur Verfügung.




